Die Stadtverwaltung will 2015 unter anderem Straßen und Brücken instandsetzen lassen. Ebenso sollen eine Kindertagesstätte und ein wertvolles Fachwerkhaus saniert werden. Erstmals seit langem liegen die Ausgaben unter der Marke von zehn Millionen Euro.

Wernigerode l Die Stadt­verwaltung will 2015 rund 7,6MillionenEuro in zahlreiche Bauvorhaben in Wernigerode und in den Ortsteilen investieren. Davon sind rund 4,9Millionen Euro Fördergeld, wie Baudezernent Burkhard Rudo mitteilt. "Der städtische­Eigenanteil liegt somit bei 2,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Anteil von etwa 35 Prozent."

Im Vergleich zum vergangenen Jahr, in dem rund 20 Millionen Euro eingeplant waren, nimmt sich die Summe geradezu bescheiden aus. Erstmals seit langem liege das Investitionsbudget unter der Schwelle von zehn Millionen Euro, erklärt Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos). Viel sei bereits geschafft, doch gerade dort, wo Förderung zu bekommen sei, solle es weitergehen. Eins sei klar: "Wir wollen die Investitionen 2015 ohne Kreditaufnahme finanzieren."

Nicht nur in Schierke wird investiert, auch die Kernstadt profitiert. So soll die Kindertagesstätte "Harzblick" für rund 540000Euro umfassend energetisch saniert werden. Davon stammen 378000Euro aus Fördermitteln. Dach, Fassade und Elektrotechnik sollen erneuert werden - allerdings nur, wenn Geld aus dem Förderprogramm Stark III fließt. Ob dies der Fall sein wird, ist noch nicht sicher.

Ein großes Straßenbauprojekt, das sich über die kommenden beiden Jahre erstreckt, sind die Sanierung der Großen Bergstraße, des Vorwerks und der Steingrube. "Die Große Bergstraße ist eine der letzten unsanierten Straßen in der Altstadt", sagt Burkhard Rudo. "Die Fußwege sind sporadisch, die Straße ist nie grundhaft ausgebaut worden." Es handelt sich um eines der letzten Projekte der Stadtsanierung. Fortgesetzt werden im Frühjahr die Arbeiten in der Nöschenröder Straße und Degener Straße.

In der Klintgasse3 wird eines der ältesten und wertvollsten Gebäude der historischen Altstadt vor dem Verfall bewahrt. "Es ist das Nachbarhaus des Schiefen Hauses und wird von der Kulturstiftung bewirtschaftet." Das Gebäude beherbergt ein Archiv sowie eine Wohnung, mit deren Vermietung die Kulturstiftung laufende Kosten deckt. "Der Renaissancebau ist als einziges Wohnhaus in Wernigerode mit sogenannten Blendarkaden verziert", sagt Burkhard Rudo. Die angedeuteten Rundbögen sind unterhalb der Fenster im zweiten Geschoss zu sehen. Rund 50000Euro kostet die Sanierung der Fassade.

Der bisher unbeleuchtete Teil des Geh- und Radwegs am Stillen Wasser in Hasserode wird mit Straßenlampen versehen. Von der Sparkasse bis zu den Schienen der Schmalspurbahn erhält die Kirchstraße in Hasserode eine Schönheitskur. Die Arbeiten schlagen mit 250000Euro zu Buche.

Zudem steht eine Brücke im Nöschenröder Mühlental auf dem Plan der Bauexperten. Kostenpunkt: 350000Euro. Unweit davon werden die Stützmauern am Zillierbach auf Höhe des Holfelder Platzes für rund 100000Euro saniert.

Beginnen können die Bauarbeiten aber erst, wenn der Stadtrat den Haushalt abgesegnet hat. Sollten die Ausschüsse zügig beraten, könnte dies am 19. Februar der Fall sein. Darauf hofft der Stadtchef. "Jede Verzögerung beim Haushalt zieht Verzögerungen bei den Investitionen nach sich", warnt Gaffert. Das wirke sich nachteilig auf die Bauvorhaben aus. "Wenn man erst im Frühjahr ausschreibt, steigen die Preise."

   

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