Oberbürgermeister Peter Gaffert kann sich wohl auf eine zweite Amtszeit einrichten. Die CDU will keinen Gegenkandidaten aufstellen. Damit ist neben dem parteilosen Amtsinhaber bislang nur der 29-jährige Michael Miede (Piraten) im Rennen um den Chefposten im Rathaus.

Wernigerode l Dass sich die Christdemokraten schwertun mit der Kandidatensuche für die Oberbürgermeisterwahl im April, das wurde schon länger gemunkelt. Dass sie in der Tat keinen gefunden haben, das bestätigten sie am Donnerstagabend beim Neujahrstreff der CDU im "Hotel zur Post". Überraschungsgast Peter Gaffert warb um die CDU, sprach von bislang guter Zusammenarbeit und von seinem Wunsch, in Zukunft diesen Weg gemeinsam gehen zu können.

Gafferts Werben fiel auf fruchtbaren Boden. CDU-Ortsverbandsvorsitzende Angela Gorr bestätigte im Anschluss, dass die Christdemokraten keinen Kandidaten haben, den sie bei der Mitglieder-Versammlung am 12. Februar präsentieren können. Zwar gebe es Christdemokraten in der Stadt, die für das Amt geeignet seien. Doch letztlich war keiner bereit, seinen Hut in den Ring zu werfen und gegen den Amtsinhaber anzutreten. Einen Grund nannte Gorrs Vorstandskollege Christian Fischer: "Die Amtsführung des Oberbürgermeisters ist nicht so, dass wir eine Abwahl vertreten könnten." Will heißen: Die Christdemokraten sind durchaus zufrieden mit der Entwicklung der vergangenen sieben Jahre.

Christian Fischer ging am Tag darauf noch einen Schritt weiter und deutete eine förmliche Unterstützung Gafferts bei den Oberbürgermeister-Wahlen durch die CDU an. Vorausgesetzt, die Mitglieder stimmen dem zu, wie Gorr und Fischer mehrfach betonten. Daran dürften kaum Zweifel bestehen, denn dass sich doch noch ein Kandidat in den eigenen Reihen findet, ist unwahrscheinlich.

Der Oberbürgermeister hat es zudem selbst in der Hand, die Christdemokraten auf seine Seite zu ziehen. Fischer formulierte zwei Wünsche an ihn. Gaffert solle weiterhin parteilos bleiben und nicht etwa in die SPD eintreten, von der er bislang unterstützt wird. Und der 1960 geborene Amtsinhaber müsse im Falle einer Wiederwahl nicht noch eine dritte Amtszeit anstreben. Am Ende seiner zweiten Amtsperiode wäre Gaffert 62 Jahre alt.

Zusammenarbeit auch ohne Parteibuch

Dass er nicht vorhat, in eine Partei einzutreten, das hatte Gaffert beim CDU-Empfang signalisiert. "Ich halte einen parteilosen Oberbürgermeister für eine gute Lösung." Die Zusammenarbeit mit der CDU, die in der Fraktionsgemeinschaft mit Haus Grund die mit Abstand stärkste Fraktion im Stadtrat stellt, sei immer gut gewesen. Er würde sich freuen, das fortsetzen zu können.

Die Chancen dafür stehen gut, denn außer den Piraten wird keine der etablierten Parteien einen Kandidaten ins Rennen schicken. Die Grünen hatten bereits im Sommer einen Verzicht angekündigt, und auch die Linken werden keinen Bewerber aufstellen. Das hatte sich bereits im Dezember abgezeichnet, Linken-Chef Christian Härtel bekräftigte dies gestern. Ob die Partei eine Wahlempfehlung aussprechen wird, das ließ Härtel allerdings offen.

Damit dürfte Amtsinhaber Peter Gaffert durchaus entspannt dem Wahltermin 12.April entgegensehen können. Bislang hat er nur einen einziger Mitbewerber, den jungen Piraten-Mann Michael Miede, der am Dienstag von seiner Partei nominiert wurde. Dass sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 16. März weitere Kandidaten melden, ist möglich. Parteilose Kandidaten benötigen jedoch 100 Unterschriften von Unterstützern, um zugelassen zu werden.