Oliver Junk soll Michael Ermrich als Chef des Harzklubs beerben. Das hat der Hauptvorstand am Montagabend einstimmig beschlossen. Der scheidende Vorsitzende würdigte seinen potenziellen Nachfolger als "Persönlichkeit, die sich deutlich und engagiert" für den Harz einsetzt.

Goslar/Wernigerode l Oliver Junk soll bei der Jahreshauptversammlung des Harzklubs am 25. April in Hahnenklee-Bockswiese zu dessen neuem Chef gewählt werden. Diese Entscheidung hat der geschäftsführende Vorstand am Montagabend einstimmig gefällt. Das Gremium folgte damit einem Vorschlag des derzeitigen Amtsinhabers Michael Ermrich.

Der Wernigeröder war 1994 Nachfolger des jetzigen Ehrenvorsitzenden Albrecht von Kortzfleisch (79) geworden. Im Juni 2013 hatte der inzwischen 61-Jährige seine Tätigkeit als Landrat (CDU) des Harzkreises beendet. Seit Juli fungiert er als geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes in Berlin.

Ermrich selbst betonte, seine ehrenamtliche Tätigkeit im Heimat-, Wander- und Naturschutzbund "immer als eine besondere Aufgabe" gesehen zu haben - "gerade im Ergebnis der Wiedervereinigung, die Menschen im Harz über Kreis- und Landesgrenzen hinweg zusammenzuführen". Bedingt durch den Rückgang an kommunalen Bindungen und Verbindungen sowie den Kontakten zu den Ländern halte er es für notwendig, den Vorsitz abzugeben.

"Oliver Junk zählt für mich zu den wenigen Persönlichkeiten des Harzes, die sich für unsere Heimat deutlich und engagiert einsetzen."

Michael Ermich, Harzklubchef

Weitere Gründe seien die räumliche Entfernung sowie die neuen Arbeitsaufgaben für die 45 Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Zu seinem potenziellen Erben erklärte Michael Ermrich: "Oliver Junk zählt für mich zu den wenigen Persönlichkeiten des Harzes, die sich für den Harz, unsere Heimat, deutlich und engagiert einsetzen." Und: "Ich freue mich und bin ihm dankbar, dass er bereit ist, den Harzklub in die Zukunft zu führen."

Die Aufgaben für den seit dem 19. September 2011 als Oberbürgermeister von Goslar (CDU) wirkenden promovierten Juristen "werden nicht einfach sein". Zum einen sei es nicht selbstverständlich, sich an solch ein Amt zu binden. Andererseits benötigten die akuten demografischen Probleme in der Re-gion eine Lösung.

"Überzeugt" zeigt sich auch der Gesamtvorstand in einer Pressemitteilung von dem 38-jährigen aus Frankfurt am Main gebürtigen Junk. Dieser werde seine Kompetenzen und Verbindungen einsetzen für die Entwicklung des Mittelgebirges in seiner Gesamtheit und über den Harzklub mit seinen rund 13 000 Mitgliedern in 89 Zweigvereinen dafür "einen bedeutenden Beitrag leisten". Gleichzeitig dankte die Führungsriege Michael Ermrich "für sein engagiertes ehrenamtliches Wirken und die damit verbundenen Verdienste um den Harz".

Oliver Junk nannte es im Gespräch mit der Volksstimme "eine Ehre, gefragt zu werden". Der Harzklub sei eine "sehr kräftige Organisation". Sie spreche die Themen an, die er an anderer Stelle bereits besetzt habe. So zum Beispiel, dass ein Denken in kleinen Dimensionen der Region nicht weiterhilft.

Auf die Frage, welchen Aufgaben er sich im Falle einer Wahl vordringlich widmen werde, reagierte Goslars Rathauschef zurückhaltend. Oliver Junk: "Es ist zu früh, dazu etwas zu sagen." Er habe sich im Hauptvorstand vorgestellt. Alles weitere obliege dem erweiterten Führungsgremium und den Mitgliedern.

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