Wernigerode l Mehr als 50 Exponate können in den Hallen des Wernigeröder Luftfahrtmuseums besichtigt werden. 60 000 Besucher haben die Flugzeuge und Hubschrauber 2014 angelockt. In diesem Jahr soll die Ausstellung vergrößert werden, kündigt Madeleine Aulich an, die das private Museum mit Ehemann Clemens leitet.

"Unser größtes Problem: Wir haben zu viele Exponate und zu wenig Platz." Deshalb soll die Ausstellungsfläche um 1500 Quadratmeter erweitert werden. Dafür will das Ehepaar zwei Millionen Euro investieren.

"In der Harzregion herrscht großes touristisches Potenzial", sagt Madeleine Aulich. "Wir wollen noch mehr Gäste aus den angrenzenden Bundesländern für den Besuch unseres Museums interessieren." Die Besucherzahlen hätten sich seit der Eröffnung im Jahr 1999 von Jahr zu Jahr gesteigert. "Unser erklärtes Ziel sind 200 000 Besucher pro Jahr." Selbstverständlich müsse den Gästen etwas geboten werden. Mehrfach sei kritisiert worden, das Flugsimulatoren in der Ausstellung fehlen. Auch das Snackangebot in der kleinen Cafeteria lasse bisher zu wünschen übrig. "Viele Leute fragen nach Bockwurst und Pizza. Das gab es bei uns bisher nicht. Auch das wollen wir ändern."

Der Antrag für die Erweiterung sei bereits eingereicht. Wenn alles nach Plan läuft, können die Bauarbeiten im März starten. Dafür werden die alten Betonplatten auf der Fläche vor dem Eingang des Museums und eine alte Halle weggerissen. Auf dem Areal sollen zwei neue Hallen inklusive Besucherzentrum mit Cafeteria, Museumsshop und behindertengerechtem Sanitärbereich entstehen.

"Gleichzeitig wollen wir Raum für Abendveranstaltungen schaffen", so die Museumschefin. Es hätten schon mehrere Firmen dafür angefragt. "Schön" soll das Besucherzentrum werden - mit Betonwänden und extravagant geschwungenen Deckenleuchten. "Wir wollen Außergewöhnliches schaffen, Maßstäbe setzen. Die Leute sollen weiter erzählen, was sie bei uns gesehen haben."

Zudem sollen zwei Flugsimulatoren angeschafft werden. "Ein Hightechgerät, das nur von Leuten bedient werden kann, die tatsächlich fliegen können, und eine familienfreundliche Variante, an der sich auch Kinder als Piloten ausprobieren können."

Neuer Hingucker für das Luftfahrtmuseum soll die Transall C-160 werden. "Wir wollen sie auf das Dach stellen", sagt Madeleine Aulich.

Clemens Aulich hatte das ausgemusterte Transportflugzeug der Bundeswehr abgekauft. Seit zweieinhalb Jahren steht der Koloss auf dem Flugplatz in Ballenstedt. "Der Transport nach Wernigerode wird sicherlich spannend", so die Museumschefin. "Mein Traum wäre es ja, sie mit dem Helikopter einfliegen zu lassen. Aber das ist schwierig." Vermutlich werde die 32 Tonnen schwere Maschine zerlegt und auf der Straße nach Wernigerode transportiert.

Bevor die Bauarbeiten starten, wollen die Aulichs die Anwohner zu einem Informationsgespräch einladen. "Um Bedenken und Vorurteile zu zerstreuen". Die Neueröffnung ist für Anfang November vorgesehen. Auch während der Bauphase sei das Museum uneingeschränkt geöffnet, sagt Madeleine Aulich. Genügend Parkplätze stünden zur Verfügung.