Schierke l Es war kein erster Spatenstich, sondern nur eine Unterschrift. Dennoch sind die Schierker damit ihrem Ziel, die Region um den Kleinen Winterberg touristisch zu erschließen, einen großen Schritt nähergekommen. Mit ihrer eher symbolisch zu verstehenden Vertragsunterzeichnung haben Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) und der Direktor des Landesforstbetriebs, Bernd Dost, am Dienstag einen groß angelegten Tausch von Waldflächen abgesegnet. Symbolisch deshalb, weil der Tausch zwar noch nicht von allen Ämtern und Behörden genehmigt und besiegelt, aber in der Realität schon vollzogen wurde. Die Stadt bewirtschaftet seit Jahresbeginn 146 Hektar ehemaligen Landeswald am Kleinen Winterberg, das Land insgesamt 163 Hektar ehemaligen Stadtwald am Voigtstieg in Wernigerode.

Während der Landesforstbetrieb mit seinem Eigentum per Holzeinschlag Geld erwirtschaften will, hat die Stadt zumindest mit einem Teil ihres neuen Besitzes andere Pläne. Unter dem Stichwort "Natürlich.Schierke" soll in diesem Areal das Ganzjahreserlebnisgebiet "Winterberg" verwirklicht werden. Dazu gehören der Bau einer Seilbahn zur Anbindung an das Skigebiet Braunlage, neue Skipisten und ein weitgefächertes Loipensystem.

Ohne Flächentausch wäre das alles zwar auch realisierbar, doch deutlich komplizierter, weil in diesem Fall vieles per Vertrag hätte geregelt werden müssen. Doch das Land spielte mit: "Wir haben sehr gerne den Flächentausch begleitet", sagte Dost bei der Vertragsunterzeichnung in Schierke. Das ganze Verfahren dauerte rund zwei Jahre. Das sei "sehr ordentlich", befand Dost. Gaffert lobte die "zügige" Abwicklung und die damit gezeigte Bereitschaft des Landes, die touristische Erschließung Schierkes zu unterstützen.

Im Zuge des so genannten freiwilligen Tauschverfahrens hat Wernigerode dem Land 163Hektar Wald übergeben, aber nur 146 Hektar bekommen. Der Grund für die Differenz: Beim Winterberg handele es sich um besonders hochwertige und gut gepflegte Fichtenbestände, sagte Forstbetriebsleiter Joachim Bauling. Der Wert beider Waldbestände ist jedoch gleich, er beläuft sich auf je rund drei Millionen Euro.

Mit dem Tausch der Waldgebiete sind weitere Voraussetzungen für die Realisierung des Erlebnisgebietes am Winterberg geschaffen worden. Die Pläne wurden mehrfach überarbeitet. Er gehe davon aus, dass die 146 Hektar zur Umsetzung des aktuellen Konzepts ausreichen, sagte der Oberbürgermeister. Die Pläne, vor allem die für die Seilbahn, sollen in diesem Jahr konkretisiert werden und 2016 ins Genehmigungsverfahren gehen. Noch allerdings wird ein Investor für die Seilbahn gesucht. "Wir sind in Gesprächen."