Kaum eine Stadt sei bergbaulich im Harz so vielfältig zu erleben wie die Oberharzstadt, sagt Vizebürgermeister Krebs. Vertreter der Oberharzstadt begrüßen etliche Spitzenkönner ihres Faches und die Vorlage einer neuen Landkarte zum Bergbauwandern im sogenannten Elbingeröder Komplex.

Elbingerode/Rübeland l Mit Klaus Fritz aus Halle hat der Verein der Bergbaufreunde einen absoluten Fachmann der Höhlenforschung und des Tauchens in Höhlen in ganz Deutschland zum Vortrag begrüßt.

"Fritz ist eine Koryphäe, er gilt seit Jahrzehnten als einer der erfahrensten und bekanntesten Taucher in Höhlen", urteilt Wolfgang Schilling, selbst Experte auf diesem Gebiet. Es sei sehr erfreulich, dass ein Kenner wie Klaus Fritz in den Harz kam und fundiert über die große Gipshöhle, die Numburghöhle am Kyffhäuserrand in Thüringen, berichtete.

Beim gut besuchten 6. Bergbaustammtisch stellte Fritz die Erforschung dieser fast schon mystischen Numburghöhle in den Jahren 1987 bis 1989 vor. "Damals erst wurde es möglich, in die eigentlich bekannte kleine Höhle vorzudringen", so Schilling. Der Kupferschieferbergbau habe wasserführende Schichten des Gipses angeschnitten, so dass der Stausee austrocknete und eine bis dahin unter Wasser stehende große Höhle freigelegt wurde. Einem Höhlenforscherteam, zu dem auch Klaus Fritz gehörte, gelang es, die Höhle zu erkunden und zu vermessen. Nach dem Ende des Kupferschieferbergbaus sei die Höhle dann wieder im Wasser versunken. Schilling dankte dem Verein der Bergbaufreunde/Harz für den Vortrag mit Informationen aus erster Hand.

Solche Erstinformationen gab es am Wochenende auch bei einem Treffen von über hundert Experten und Bergbaufreunden in der Baumannshöhle Rübeland. Diese Experten wurden dort vom Vizebürgermeister der Oberharzstadt, Roland Krebs (parteilos), sowie Tourismus- und Höhlenbetriebsleiterin Cathleen Hensel herzlich begrüßt.

Anlass des Treffens war die Vorstellung einer neuen speziellen Landkarte. Kurt Schnieber, der Präsident des Landesamts für Geologie und Bergwesen, stellte gleich mehrere geotouristische Karten vor darunter die schon mit Spannung erwartete neue Karte zum sogenannten Elbingeröder Komplex. Der Komplex umfasst ein Gebiet von 18 mal 4,5 Kilometer rund um Elbingerode. Die Karte davon lenkt Besucher gezielt auf die Bodenschätze und die im Laufe der Geschichte bei deren Bergung entstandenen Sehenswürdigkeiten. Insgesamt 140 solcher Ziele werden aufgeführt.

Das sei ein außerordentlicher Reichtum an sehens- und schützenswerten geowissenschaftlichen und montanhistorischen Objekten auf engem Raum, so die Experten. Davon zeugen heute die Bergwerksmuseen genauso wie alte Bergbauspuren, fossile Korallenriffe oder die Arbeit der Fels-Werke. Die neue Karte soll zu Wanderungen, Exkursionen, Reisen und Besuchsplanungen anregen. Eine solche Veröffentlichung wäre in der DDR-Zeit, so hieß es am Rande, aufgrund der damals übertriebenen Geheimhaltung gar nicht möglich gewesen. Ergänzend zu der neuen Karte über den Elbingeröder Komplex legte der Landesheimatbund neue Veröffentlichungen über den anhaltischen Harz als Kulturraum mit Materialien zu Harzgerode, Mägdesprung, Alexisbad und Silberhütte bis Straßberg vor.

Im Anschluss gingen die Treff-Teilnehmer dann auf Exkursionen in die Baumannshöhle, die Fels-Werke sowie das Schaubergwerk Büchenberg und das Besucherbergwerk "Drei Kronen Ehrt". Kaum eine andere Stadt im Harz sei so vielfältig in ihrer Bergbaugeschichte und Geologie wie die Stadt Oberharz", hatte Vize-Stadtchef Krebs zu Beginn des Treffens betont. Es wurde bei den Exkursionen nun praktisch deutlich und anerkannt.

Zu haben ist die neue Karte zum Elbingeröder Komplex in der Höhlenverwaltung Rübeland. Demnächst soll sie in allen Tourist-Informationen der Oberharzstadt vorliegen.

 

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