Um acht Arbeits- und 95 Sitzplätze ist die Glasmanufaktur in Derenburg reicher. Genauer gesagt das Restaurant auf dem Gelände. Gestern wurde das Café wiedereröffnet, nachdem es für 500 000 Euro saniert worden war.

Derenburg l Bei Touristen sind beide beliebt: 250 000 Besucher lernen jährlich in der Derenburger Glasmanufaktur "Harzkristall", wie Glas hergestellt wird und 200 000 tauchen in die Geschichte der Brennerei im Kloster Wöltingerode ein. Davon ließe sich gegenseitig profitieren - Gäste des einen Ausflugziels neugierig auf das andere machen, ist Gerhard Bürger überzeugt.

Seit 2004 ist der Hildesheimer Eigentümer der Glasmanufaktur Derenburg. Auf seiner Pendlerstrecke zwischen Arbeits- und Wohnort lege er gern eine Pause in den alten Klostermauern zwischen Goslar und Vienenburg ein. Dabei stellte er fest: "Hier schmeckt es viel besser!". "In der Vergangenheit hatten wir in Derenburg nur ein Café mit eingeschränktem Speiseangebot", erläutert Bürger. Ein Manko, das laut einer Studie der Hochschule Harz auch die Gäste bemängelten.

Abhilfe war schnell gefunden. Die Leute, bei denen es schmeckt, in den Blankenburg-Ortsteil holen - in persona von Klosterhotel-Geschäftsführer Kai Schürholt. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt Bürger und lacht.

Seit Oktober hat er für die Umbauten und die Erweiterung des Cafés rund 500 000 Euro investiert. Allein 100 000 Euro habe die Sanierung eines alten Schornsteins gekostet, der sich mitten im Raum befindet. Rings um den Schornstein wurden Sitzgelegenheiten gebaut. "Wir haben darauf geachtet, dass die Handwerker aus der Region kommen", betont Bürger.

95 Sitzplätze hat das Restaurant. Im Sommer wird zusätzlich ein Biergarten eröffnet. Die acht entstandenen Arbeitsplätze seien mit Fachkräften aus der Region besetzt. "Wir wollen künftig auch Köche und Restaurantfachleute ausbilden", sagt Geschäftsführer Kai Schürholt, ebenso sollen Aushilfen engagiert werden. Denn neben der gastronomischen Versorgung der Hütten-Besucher sollen die Räume für Familienfeste und Tagungen dienen. "Außerdem wollen wir verstärkt junge Familien mit größeren Veranstaltungen wie einem Weihnachtsmarkt ansprechen", so Schürholt.

Kooperationsmöglichkeiten beschränken sich für ihn nicht nur auf die Glasmanufaktur. "Ich lade alle Vertreter von Kommunen und touristischen Einrichtungen ein, sich einzubringen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen." Er betont, dass es 25 Jahre nach der Wende Zeit wird, die Trennung von Ost und West in die Geschichtsbücher zu verlegen und zusammenzuarbeiten.