Blankenburg (sr) l 14.36 Uhr. So spät ist es Blankenburg. Seit Monaten - wenn man der Uhr auf dem Bahnhofsplatz Glauben schenkt. "In Blankenburg ist die Zeit stehengeblieben", sagt Christa Freudenberg am Volksstimme-Lesertelefon verärgert.

Häufig fährt die Blankenburgerin mit Bus und Bahn. Auf den öffentlichen Zeitanzeiger kann sie sich dabei nicht verlassen. "Das ist schon lange der Fall", berichtet die 64-Jährige. Zwar habe sie die Verwaltung mehrfach auf den Zustand angesprochen, passiert sei bislang jedoch nicht.

Zumindest nichts, was zu sehen ist. In der Verwaltung werde jedoch an einer Lösung gearbeitet, versichert Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) auf Volksstimme-Nachfrage. So läge bereits ein Kostenvoranschlag für die Reparatur vor. Rund 400 Euro wird die Instandsetzung der etwa 2,5 Meter hohen, freistehenden Uhr kosten. "Die Summe übernehmen die Stadtwerke Blankenburg. Sie werden als Sponsor eintreten", so Noll. Das Logo der Firma wird dann auch den Zeitmesser schmücken. Neben dem Uhrwerk sollen die Bleche an Vor- und Rückseite ausgewechselt werden.

"Der Vertrag ist soweit unter Dach und Fach", bestätigt Uwe Duckstein vom Technischem Eigenbetrieb (TEB) der Stadt. Eine mögliche Ursache für den Stillstand der Zeiger sieht er in mutwilliger Zerstörung. "Wir haben schon seit längerem mit Vandalismus auf dem Bahnhofsvorplatz zu tun", berichtet Duckstein verärgert. Er vermutet, dass die Kabel des Uhrwerks beschädigt wurden. Seine Mitarbeiter des TEB werden künftig verstärkt überwachen, dass es zu keinen erneuten Übergriffen auf die Uhr kommen wird, kündigt Duckstein an.

Der derzeitige Zustand des Chronometers ist fast eine Lapalie angesichts des Anblicks des gesamten Bahnhofs: das Gebäude steht seit Jahren fast leer, Fenster sind vernagelt, Wände sind mit Grafitti beschmiert und Unkraut wuchert auf dem Gelände. "Das ist einer Blütenstadt nicht würdig", so Bürgermeister Noll. "Für Urlauber, die hier ankommen, ist das nun wirklich wenig einladend."

Dies soll sich bald ändern. Die Stadt arbeitet an Konzepten und Ideen, wie das Gelände wieder zu einem belebten und attraktiven Verkehrsknotenpunkt werden kann. Die Volksstimme berichtet in Kürze ausführlich.