80 Flüchtlingskinder aus der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber dürfen am Sonnabend "Die Schneekönigin" erleben. Den Besuch der Vorstellung im Nordharzer Städtebundtheater finanziert haben die Mitglieder aller Fraktionen des Kreistages.

Von Dieter Kunze

Halberstadt l Vor Weihnachten hieß es bei fast allen Aufführungen des Märchenballetts "Die Schneekönigin": restlos ausverkauft. Für Sonnabend, 31. Januar, um 15 Uhr bereitet das Ensemble des Nordharzer Städtebundtheaters eine besondere Zusatzvorstellung vor. Ermöglicht haben dies die Mitglieder des Harzer Kreistages.

"Innerhalb kürzester Zeit stimmten alle Fraktionen einem Vorschlag zu, Kindern aus der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber eine Theatervorstellung zu ermöglichen", berichtet Landrat Martin Skiebe (CDU). Neben den 80 Kindern aus der ZASt reichen die Spendengelder auch für einige andere Kinder aus der Stadt.

Das Märchen von Hans Christian Andersen habe als Ballett keine Sprachbarrieren und biete sich als winterbezogenes Stück auch nach Weihnachten noch an. Das bürgerschaftliche Engagement der Abgeordneten passe in die aktuelle Diskussion zur Willkommenskultur, so Skiebe. Und: "Wir wollen alle ein positives Zeichen setzen". Er verstehe dies ebenso als eine Anregung für kleine Schritte Anderer.

"Unser Vorstand hat sofort zugesagt, dabei mitzuhelfen."

Klaus Rupprich, Theaterförderverein Halberstadt

"Unser Vorstand hat sofort zugesagt, dabei mitzuhelfen", sagt Klaus Rupprich vom Theaterförderverein Halberstadt. Man habe das Rauhe Haus und einige Schulen, die sich am Projekt Theatertag beteiligen, wegen weiterer Karten angesprochen. Mitglieder des Vereins wollen außerdem zur Vorstellung vor Ort sein, um bei der Besucherorganisation zu unterstützen.

Das sei eine Botschaft des gesamten Kreistages, betont Dirk Michelmann vom Landratsamt. In Zusammenarbeit mit den Harzer Bus Betrieben (HBB) und der Halberstädter Verkehrsgesellschaft (HVG) soll der Transport von und zurück zur ZASt organisiert werden.

In der Flüchtlings-Einrichtung freut man sich über die Initiative und die Abwechslung für die Kinder, wie ZASt-Leiter Eckhardt Stein bestätigt. Sein Team werde für die nötige Begleitung sorgen.

Das rund 20-köpfige Theater-Ensemble mit Ballett und Kinderballett habe sich gern dem Anliegen der Initiatoren angeschlossen. "Wir waren ständig ausverkauft mit dem farbenfrohen Stück, bei dem es viel zu sehen gibt", erläutert Intendant MD Johannes Rieger. Schließlich passe das Stück mit dem Thema Suche nach Freundschaft und Heimat auch zur aktuellen Lage der Betroffenen.

Dramaturgin Johanna Jäger schwärmt ebenfalls von dem gut ausgesuchten Stück, das mit Videotechnik untermalt wird. An der Theaterkasse gibt es für einige Interessierte noch Restkarten zur Vorstellung.