Das Hotel "Weißer Hirsch" deckt ein Viertel seines Strombedarfs durch ein eigenes Blockheizkraftwerk. Die effiziente Technologie hilft, Energie zu sparen und das Klima zu schonen.

Wernigerode l Leuchtend blau steht der metallene Würfel im Keller des Hotels "Weißer Hirsch". Darin verbirgt sich das Blockheizkraftwerk (BHKW), das das Traditionshaus am Wernigeröder Marktplatz mit Strom versorgt. Vor knapp vier Jahren hat die Inhaberfamilie in die umweltschonende Technologie investiert - und ist bist heute sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.

Seit 2008 werde im "Weißen Hirsch" verstärkt in allen Bereichen auf den Umwelt- und Klimaschutz geachtet, berichtet Hotelchef Jörg Wieland, der das Haus zusammen mit Frau, Sohn und Schwiegertochter leitet. Während bei der Wärmedämmung wenig Wünsche offen blieben, sahen die Wielands in anderen Bereichen Handlungsbedarf. "2011 haben wir unsere Küche umgebaut und das Restaurant einer Schönheitskur unterzogen", berichtet der studierte Betriebswirt.

Bei der Erneuerung wollten die Inhaber im Sinne des Klimaschutzes die Ressourcen möglichst optimal nutzen. Der erste Schritt: Statt am Gas- und Elektroherdblock mit zehn Kochstellen wird mit Induktion gekocht. "Die Platte wird nur dort heiß, wo ein Topf oder eine Pfanne steht", erläutert Wieland. Das heißt, dass keine Abwärme mehr durch erhitzte Herdplatten verloren geht. Ein angenehmer Nebeneffekt: "Für unsere Mitarbeiter bedeutet das ein verbessertes Raumklima", so Jörg Wieland. Im Sommer sei es dadurch in der Küche fünf bis acht Grad kühler.

Verbessert hat sich das Küchenklima ebenfalls, weil die Kühlschränke aus der Küche verbannt und in einem separaten Raum installiert wurden. "Auch die Aggregate der Kältetechnik geben Abwärme ab", so der Hotelchef. Diese wird nun für die Warmwasserbereitung des Hauses genutzt.

Kernstück der energetischen Erneuerung im "Weißen Hirsch" ist aber das Blockheizkraftwerk. Mit Gas, das das Hotel von den Wernigeröder Stadtwerken bezieht, erzeugt die Einrichtung Strom und Wärme für den Hotelbetrieb. Ein Viertel des Strombedarfs kann das BHKW decken, erklären Jörg Wieland und sein Sohn Christian. "Das heißt, im Lauf der vier Jahre hat es bereits genug Strom produziert, um das Hotel ein ganzes Jahr lang zu versorgen", sagen beide.

Das Minikraftwerk ist so eingestellt, dass es zu gleichen Teilen Strom und Wärme liefern kann. Mit einem Wirkungsgrad von 83 bis 86Prozent ist es sehr effektiv. "Das ist die derzeit umweltfreundlichste Methode, um Energie zu erzeugen", sagt Jörg Wieland. Das Kraftwerk im Keller läuft das ganze Jahr über mit einer Leistung von bis zu 15 Kilowattstunden elektrischer Energie. Durch die eigene Produktion wird der Anteil des Stroms, den die Hoteleigner von den Stadtwerken beziehen, verringert.

Auch auf andere Art senkt der Einsatz des BHKW die Stromrechnung. "Es hilft uns, die Stromverbrauchsspitzen abzumildern", so Wieland senior. Diese entstehen in Zeiten, in denen viel Strom benötigt wird und der Verbrauch steil ansteigt. Diese Spitzenwerte spielen bei der Berechnung der Strompreise für gewerbliche Kunden eine wesentliche Rolle, erklärt der Hotelchef.

In den vier Jahren Betriebszeit hat sich das Blockheizkraftwerk inzwischen amortisiert. "Es rentiert sich aber nur dann, wenn man Leute hat, die die Technik betreuen und sich auskennen", betont Jörg Wieland. Auch bei der Anschaffung von neuen Fernsehern, Minibars und beim Austausch von Leuchten achten die Firmenchefs darauf, dass der Stromverbrauch niedrig ist. "Geräte wie Spülmaschinen sind ohnehin reduziert im Strom- und Wasserverbrauch."

Dies seien kleine Schritte, die aber im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes Wirkung zeigen, davon ist Juniorchef Christian Wieland überzeugt. "Es sind Mosaiksteine, die dazu beitragen, weniger Energie zu verbrauchen und der Umwelt gerechter zu werden."