Endlich Schnee - das rufen nicht nur die Ferienkinder bei den Schierker Wintersportwochen. Die Betten sind belegt, Lift- und Pistenbetreiber freuen sich über Gäste.

Schierke l Wäre es nicht so kalt, müsste man sagen: Der Winter ist heißbegehrt. Doch es war am Sonnabend schon so, wie Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) zum Auftakt der Wintersportwochen in Schierke sagte: "Die Menschen sehnen sich nach Schnee." Das war am Vormittag im Kurpark nicht zu übersehen. Trotz heftigen Schneefalls trampelten zahlreiche Kinder und Jugendliche ungeduldig mit den Füßen, um mit Rodeln und Iglu-Bau beginnen zu können.

Nicht alle von ihnen waren aus Schierke selbst oder aus Wernigerode. Das ganze Wochenende über rollte Auto um Auto über die L 100, der Ort ist voller Tagesgäste und Touristen. Der Grund ist klar: "Der Winter hat eine Punktlandung hingelegt", sagte Roman Müller, Vize-Chef der Wernigerode Tourismus GmbH. Das merken auch Hotels und Zimmervermieter. "Schierke ist fast ausgebucht", nur noch vereinzelte Zimmer seien frei. Das, und die Entwicklung des Ortes selbst "lassen uns optimistisch in die Zukunft blicken", sagte Gaffert. Die nahe Zukunft ist ohnehin gesichert. Der Schnee wird noch eine Weile bleiben, für die kommenden zwei Wintersportwochen müssen sich die Schneefreunde wohl keine Sorgen machen.

Nicht nur die in Schierke übrigens: Auch die vom Skiclub Wernigerode betriebenen Schanzen und der Schlepplift im Zwölfmorgental sind wieder in Betrieb. Wie alle anderen Lifte und Seilbahnen im Harz auch, die wie die Wernigeröder und Schierker um Gäste werben.

Zehn dieser Anlagenbetreiber haben sich vergangene Woche zur Skiwelt Harz zusammengeschlossen. Aus dem Ostharz ist keiner dabei, wie die Skiwelt-Initiatoren mit Bedauern feststellen mussten (Volksstimme berichtete).

Peter Lösler, Vorsitzender des Wernigeröder Skiclubs, weiß genau, warum er sich mit seinen Anlagen noch nicht der Skiwelt angeschlossen hat. "Wir sind klein, aber fein." Und genau da liegen die Grenzen des Zwölfmorgentals - in der Infrastruktur und in dem Umstand, dass im Skiclub Wernigerode alles auf ehrenamtlicher Basis geschieht. "Wir müssen das auch bewältigen können." Gleichwohl will sich Lösler der Skiwelt Harz nicht verschließen. "Wir werden Kontakt aufnehmen." So seien die Wernigeröder Skifreunde gerne bereit, in ihrer Anlage für die Skiwelt zu werben.

Rathaussprecher Andreas Meling sieht das ähnlich. "Wir können derzeit nur begrenzt mitmachen." Schließlich handele es sich bei der Skiwelt Harz um einen Verband privater Unternehmer, die im alpinen Bereich tätig sind. In Wernigerode und Schierke gibt es, vom Zwölfmorgental abgesehen, nur Langlauf, die Pisten sind überwiegend kommunal. Ein privater Investor, der in Schierke eine Seilbahn bauen möchte, wird noch gesucht. Das bedeute aber nicht, dass Wernigerode komplett von der Skiwelt abgeschnitten ist, bei der Werbung etwa gebe es Zusammenarbeit. "Wir sind im Kontakt."

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