Neue Blitzgeräte bringen Wernigerodes Stadtkasse zum Klingeln: Die Einnahmen verdoppelten sich 2014 auf knapp 100000 Euro. Politessen sind vor allem in der Kernstadt und in Schierke unterwegs.

Wernigerode l So macht das Knöllchen gleich mehr Spaß. Statt in trockenem Bürokratendeutsch kündigen Wernigerodes Politessen Ungemach bald in netten Worten an. Wie Ordnungsamtsleiter Gerald Fröhlich sagte, werden die gelben Mitteilungen unterm Scheibenwischer, mit denen Falschparkern Verwarnungen angekündigt werden, durch weiße ersetzt. Mit einem Text, den Fröhlich in einer niedersächsischen Stadt entdeckt und für bürgerfreundlicher befunden hat. "Das ist ein höflicherer Text. Wir wollen den Bürgern verbal entgegenkommen."

Diese freundlichen Hinweise betreffen allerdings nur den sogenannten ruhenden Verkehr, also die Falschparker. Für die Raser hat sich bereits im vergangenen Jahr etwas geändert. Die Stadt hat sich nicht nur ein neues Einsatzfahrzeug angeschafft, sondern zudem noch neue Blitzgeräte, mit denen beide Fahrtrichtungen gleichzeitig beobachtet werden können. Die Folge daraus ist naheliegend: Die Einnahmen haben sich nahezu verdoppelt. Erteilte die Stadt im Jahr 2013 noch 2463 Verwarnungen an Schnellfahrer und nahm dadurch knapp 57000 Euro ein, waren es im vergangenen Jahr 5319 Verwarnungen, die gut 95000 Euro in der Kasse klingeln ließen. Bei den Bußgeldern für gravierendere Verstöße ergibt sich ein leicht abgewandeltes Bild. 2013 wurden 152 Bußgeldbescheide verschickt, die Einnahmen in Höhe von knapp 9900 Euro brachten. Ein Jahr später war die Zahl der Bußgeldbescheide auf 230 gestiegen, die Einnahmen sanken aber geringfügig auf rund 9500 Euro.

Wie der Ordnungsamtsleiter sagte, könne die neue Blitzeranlage rund um die Uhr eingesetzt werden. Damit hätten allerdings Überlegungen keine Chance, die Zahl der Politessen zu reduzieren oder das Blitzer-Fahrzeug nur noch mit einer Person zu besetzen. Fröhlich gab jedoch zu bedenken, dass angesichts der durch den Blitzer-Einsatz gestiegenen Einnahmen sich die Personalkosten durchaus rechnen würden.

Auch die Politessen, die zu Fuß unterwegs sind, waren nicht untätig, wenn auch die Zahl der Verwarnungen und damit die Einnahmen gesunken sind. Im Jahr 2013 wurden noch 17027 Falschparker verwarnt, gut 220000 Euro wurden dadurch eingenommen. Im Jahr darauf verteilten die Politessen 15515 Knöllchen, daraus resultierten Einnahmen in Höhe von 209000 Euro.

Auch einen Rekordhalter ermittelte das Ordnungsamt im vergangenen Jahr: Ein Fahrzeughalter brachte es 2014 auf stolze 49 Verwarnungen. Die meisten Raser waren mit vergleichsweise moderaten zehn bis 20 Kilometern über dem Limit unterwegs. 21 hatten bis zu 40 Stundenkilometer mehr als erlaubt auf dem Tacho, einer verewigte sich in der Tabelle mit dem Vermerk: "Geschwindigkeitsübertretung bis 100 Kilometer pro Stunde."

Leicht gesunken sind die Einnahmen aus den Parkgebühren. Brachten diese 2013 noch gut 643000 Euro in die Stadtkasse, waren es im vcergangenen Jahr mit 592000 Euro deutlich weniger.

Besondere Schwerpunkte für Park- beziehungsweise Geschwindigkeitsverstöße vermochte der Ordnungsamtsleiter nicht zu erkennen. Hauptsächlich werde in der Wernigeröder Kernstadt und in Schierke kontrolliert, sagte er. In den übrigen Ortsteilen gebe es keine größeren Probleme. Parkkontrollen finden dort oft nur dann statt, wenn das Ordnungsamt auf eine besondere Häufung von Verstößen aufmerksam gemacht werde.

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