Wernigerode (ksö) l Bäume, die Wanderwege versperren, tiefe Furchen, die von schwerem Gerät gezogen wurden: Florian Schumann sieht im Stadtwald einiges im Argen. Der ehemalige Wernigeröder, der in Dresden lebt, besucht regelmäßig die alte Heimat. Anders als die Stadt habe sich der Stadtwald zum Nachteil entwickelt. "Wege sind durch umgesägte Bäume seit mehr als einem halben Jahr unpassierbar geworden", kritisiert Schumann gegenüber der Volksstimme. Zudem werde "mit sehr schwerem Gerät im Wald gearbeitet", so Schumann. Das Ergebnis seien "tiefe matschige Schneisen". Besser sei der Einsatz von Pferden.

Die Vorwürfe will Verwaltungssprecher Andreas Meling nicht so stehenlassen. "Ein einziger Weg, der zudem nicht als Harzklubwanderweg markiert ist, ist seit längerem durch gefällte Bäume versperrt", informiert er auf Volksstimme-Nachfrage. Um Schäden zu vermeiden, sei die Holzrückung gestoppt worden. "Die Arbeiten müssen bei Frost erledigt werden", erklärt Stadtförster Michael Selmikat. Weil es viel geregnet hat, liegt das Holz dort seit einem Jahr. "Wir hätten sonst mehr Schaden als Nutzen angerichtet." Da nun frostige Temperaturen herrschten, habe die beauftragte Firma in dieser Woche mit den Arbeiten begonnen.

Maschinen würden im Wald grundsätzlich "bestands- und bodenschonend" eingesetzt, betont Meling. Auch Pferde seien im Stadtforst unterwegs.

Der blockierte Weg sei unmarkiert und verbinde den Piseckenweg mit dem Schmalen Tal, sagt der Wernigeröder Harzklub-Wegewart Herbert Riemeier. "Für Einheimische sowie für Jäger ist er wichtig, für Touristen weniger."