Die Hochzeitsreise begann vor einem Jahr und ist noch nicht beendet.Kerstin Jäger und Chris-toffer Kniep sind auf großer Tour und berichten im Internet live darüber.

Wernigerode l Zu kalt? Zu dunkel? Zu viel Schnee? Warum also nicht ans andere Ende der Welt reisen, ans Meer und in die Sonne? Und das nicht nur zwei kurze Winterferienwochen lang, sondern ein ganzes Jahr - mindestens. Ein Traum, sicherlich. Aber Christoffer Kniep und Kerstin Jäger, 31 Jahre alt und aus Wernigerode beziehungsweise Halberstadt stammend, leben gerade diesen Traum. Der ist übrigens noch nicht zu Ende. Eigentlich wollten die beiden schon auf dem Rückweg sein, doch jetzt, in der Nähe von Sydney, gehen die Globetrotter in die Verlängerung. Noch ein wenig Australien, dann mindestens eine Insel Polynesiens und Südost-Asien.

"Im April werden wir wohl wieder zurück in die Heimat fliegen", schreiben die beiden an die Volksstimme. Dann ist eine Reise vorbei, die genau genommen im Juli 2013 in zwei Harzer Schlössern begonnen hat: Im Schloss Wernigerode gaben sich die Kerstin Jäger und Christoffer Kniep das Ja-Wort, im Jagdschloss Halberstadt stieg die Party.

Familie und Freunde sind per Facebook immer dabei

Schon damals war klar, dass einige Monate später, am 27.Dezember, der Startschuss für eine lange Hochzeitsreise durch Asien und Australien fallen würde. Ebenso klar war aber auch, dass Freunde und Verwandte in der Harzer Heimat immer dabei sein werden - die Weltenbummler betreiben im Internet ein Blog, auf dem sie ihre Erlebnisse schildern und sind auf einer eigenen Facebook-Seite präsent, jeweils unter dem Namen "The Outbreaker".

Auf diese Weise halten sie Kontakt in die Heimat - und die zu ihnen. Das hilft meistens gegen das Heimweh, aber nicht immer: "Schlimm wird es nur dann, wenn wir von Krankheitsfällen hören oder wir einmalige Momente nicht miterleben können. Mittlerweile haben wir eine Hochzeit und zwei Geburten verpasst, und es werden nicht die letzten gewesen sein."

Und während zu Hause Kinder geboren werden, ziehen die beiden Harzer, die sich als "derzeit heimatlos" bezeichnen, immer weiter: China, Vietnam, Kambodscha, Thailand, Malaysia, Indonesien und Australien, das sind die bisherigen Stationen ihrer Reise. Eigentlich stand noch Indien auf dem Wunschzettel, doch bald war klar: Die Welt ist groß, und wer sie nicht im Schnelldurchgang erleben möchte, muss sich entscheiden. Also wurde Indien wieder gestrichen. Einiges andere fiel der Streichliste ebenfalls zum Opfer. Zelt und andere sperrige Gegenstände waren zu groß und blieben zu Hause. Auch Christoffers Bart und Kopfhaare wurden am Tag vor der Abreise abrasiert, dürfen seitdem aber ungehindert sprießen. Motto: "Wie eine Reise dich verändert."

Perfektes Planen bringt einen nicht weiter

Das gilt nicht nur für Haare, sondern auch für Menschen, die aus ihren Erfahrungen lernen. Dieser etwa: Perfektes Planen bringt einen auf solch einer Reise nicht immer weiter, eher die Gewissheit: "Hat man den ersten Schritt gemacht, geht alles wie von selbst." Das trifft auf einiges andere ebenso zu, etwa die Jobsuche im Ausland. Derzeit füllen sie ihre Reisekasse als Helfer bei der Weinernte auf, sie haben in einer Gärtnerei gearbeitet und suchen gerade einen neuen Job, weil: "Wir haben vom Reisen noch nicht genug." Und von den vielen Erlebnissen: Der Motorrad-Tour durch Vietnam, dem Gipfelbier auf dem zweithöchsten Vulkangipfel Indonesiens und dem Schnorcheln mit Manta, Seelöwen und Delfinen in Australien.

Aber irgendwann ist Schluss damit, Kerstin Jäger und Christoffer Kniep kommen wieder nach Deutschland. Ob sie aber in der alten Heimat sesshaft oder sich an einem anderen Ort niederlassen werden, das wird sich zeigen. Ihre Freunde im Harz und der Rest der Welt werden es sicherlich per Blog und Facebook erfahren. Ebenso, ob eintritt, was die beiden nicht ausschließen wollen: "Und wer weiß, ob wir nicht irgendwann wieder das Kribbeln verspüren und uns die Reiselust packt."

Alles über die Reise im Internet unter www.facebook.com/TheOutbreaker oder als Blog unter http://theoutbreaker.de/

 

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