Ein "paar Verrückte" haben vor fast genau zehn Jahren einen kühnen Entschluss gefasst: Das Blankenburger Schloss vor dem weiteren Verfall zu retten. Kaum zu glauben, was ihnen in dieser kurzen Zeit gelungen ist.

Blankenburg l Ausstellungen, Konzerte, Führungen, Trauungen, Weihnachtsmärkte und das mitten in einer riesigen Baustelle: So hat sich das Große Schloss in Blankenburg bis zur Winterpause den Besuchern präsentiert.

Kaum zu glauben, dass die Initialzündung zur Rettung des Blankenburger Wahrzeichens gerade einmal zehn Jahre zurückliegt. Am 11. Februar 2005 wurde der Verein "Rettung Schloss Blankenburg" gegründet. "Aus den ,paar Verrückten` von damals sind inzwischen über 330 Schlossretter geworden und gemeinsam haben wir sehr viel erreicht!" Diesen Worten von Vorstandsmitglied Jens Haase im "Vereinsboten" - der Mitgliederzeitschrift des Schlossvereins - ist kaum etwas hinzuzufügen. Trotz der erfolgreichen Entwicklung, die mit der Verleihung des Deutschen Denkmalschutzpreises 2014 ihren Höhepunkt fand, soll das zehnjährige Vereinsbestehen nicht groß gefeiert werden. "Denn es gibt schließlich noch viel zu tun, für das wir das Geld dringender benötigen", erklärt Jens Haase. Trotzdem soll bei einem gemütlichen Beisammensein am Freitag, 20. Februar, auf das Erreichte zurückgeblickt, aber auch vorausgeschaut werden.

Noch vor Jahresfrist hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) angekündigt, sich an der Restaurierung des Großen Schlosses in Blankenburg zu beteiligen. Für die Mauerwerksreparaturen im Traufbereich des Daches stellt die in Bonn ansässige Denkmalstiftung weitere 25 000 Euro zur Verfügung. Der entsprechende Fördervertrag habe André Gast, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Großes Schloss Blankenburg GmbH, bereits erreicht, teilte die DSD mit.

Bundespolitiker zu Gast

Aktuell finden Instandsetzungsarbeiten an den Dächern statt, inklusive einer Schwammbekämpfung, speziell am Torhaus, am Küchen- sowie am Westbereich des Kirchenflügels. Laut DSD ist das Blankenburger Schloss eines von über 520 Projekten, die die private Stiftung dank Spenden und Erlösen der Rentenlotterie Glücksspirale allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte.

In der kommenden Woche wird sich außerdem ein weiterer Bundestagsabgeordneter über den Fortgang der Sanierungsarbeiten informieren. Auf Wunsch von Landtagsmitglied Ronald Brachmann (SPD) hat sich sein Parteifreund Burkhard Lischka angesagt. "Ziel des Besuches ist es, auszuloten, ob weitere Fördermöglichkeiten auf Bundesebene für die Sanierung des Schlosses erschlossen werden können", teilte das Büro von Brachmann mit. Lischka, Innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, wird am Donnerstag, 19. Februar, um 12 Uhr auf dem Schloss erwartet. André Gast werde ihm auf einem Rundgang das Schloss vorstellen.

Dann wird er ihm sicher auch von der "verrückten Idee" berichten, die Schloss-Ruine, die mit dem 1990 begonnenen Leerstand dem Verfall und Vandalismus preisgegeben worden war, mit einer ehrenamtlich geführten GmbH bei einer Zwangsversteigerung zu erwerben. Aus dieser Idee ist inzwischen ein Vorzeigeprojekt für den Denkmalschutz in Deutschland geworden.

Aktuell ist das historische Gemäuer für Besucher geschlossen. Der für den 7. März avisierte Saisonstart, so der Verein, hänge aber von der Witterung ab.