Drübeck l Seit fünf Monaten absolviert Marie Julius ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) Kultur im Kloster Drübeck. Bald hat die 18-Jährige Halbzeit. Die Volksstimme sprach mit ihr über ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen.

"Das Kloster hat mir gleich gefallen", sagt Marie Julius, die aus Hordorf bei Oschersleben stammt. Alte Gemäuer hätten die Frau seit jeher begeistert. Mit ihren Eltern war Julius zu einem Ausflug in Drübeck gewesen, kurz danach hatte sie die Stellenausschreibung gelesen und sich beworben. Dann ging alles ganz schnell, erinnert sich Marie Julius. "Kurz nach meinem Vorstellungsgespräch kam die Zusage vom Kloster für das FSJ."

Seit September ist Marie Julius mit weiteren Kolleginnen für die Öffentlichkeitsarbeit und eine Unmenge kultureller Termine in dem einstigen Frauenstift zuständig. "Die Vielzahl an Möglichkeiten ist faszinierend", betont Marie Julius. So mache sie Führungen, organisiere Veranstaltungen oder gestalte am Computer grafische Entwürfe, ergänzt die junge Frau. "Ich lerne was für´s Leben", lautet ihr Fazit. Dass sie sich bei ihrer Arbeit im Kloster immer neuen Herausforderungen stellen muss und oft auch schnell und unkompliziert Lösungen zu suchen sind, werde ihr im weiteren Leben helfen, ist sich Julius sicher. "Ich habe es für ein Gerücht gehalten, dass arbeiten gehen anstrengender ist als Schule.

In ihrer Zeit als Freiwillige habe sie vieles hinzu gelernt und "selbst gemerkt, wie ich gewachsen bin". Wenn Marie Julius an ihre erste Veranstaltung denkt, für die sie eigenverantwortlich war, ist sie immer noch ganz stolz. Es habe ein gutes Gefühl gemacht, dass alles geklappt habe. Bis heute freue sie sich über Rückmeldungen von Musikern und Künstlern nach gelungener Veranstaltungen wie Konzerten, Lesungen oder Vernissagen.

Ab Herbst würde Marie Julius gern in Weimar an der Franz-Liszt-Hochschule Musikwissenschaft und Kulturmanagement studieren. Dafür arbeitet die junge Frau hart. Dreimal pro Woche nimmt sie nach Feierabend mehr als zwei Stunden Musikunterricht. An den anderen Tagen übt sie mindestens anderthalb Stunden am Klavier. Der Aufnahmeprüfung Ende Mai fiebert sie bereits entgegen. Bis dahin stehen noch spannende Aktionen im Drübecker Kloster auf dem Plan. Ein spezieller Höhepunkt stellt für Marie Julius das Konzert des Dirigenten und Pianisten Justus Franz am 5. Juni im Kloster Drübeck dar. Den international bekannten Musiker persönlich kennenlernen zu können, ist eine große Besonderheit und auch eine Ehre für die junge Frau. "Gern würde ich später an einem Orchester arbeiten", wirft Marie Julius abschließend einen Blick in die Zukunft.