Elbingerode l Während die Fläche der Stadt Oberharz am Brocken nach wie vor größer ist als die der Landeshauptstadt Magdeburg, leben in den Bergen und Tälern von Stiege bis Elend Jahr für Jahr weniger Menschen. Die Bevölkerung ging im vergangenen Jahr um insgesamt 134 Einwohner zurück und sank auf derzeit 11304 Oberharzstädter.

Das geht aus den Ist-Zahlen der Stadtverwaltung Oberharz hervor (siehe Kasten) und gilt trotz der Minuszahlen als positiv. Vom Statistischen Landesamt sei für die Oberharzkommune ein Rückgang der Bevölkerung in der Zeit von 2010 bis 2025 um rund 3000 Bürger prognostiziert worden, argumentiert Vizebürgermeister und Ordnungsamtleiter Roland Krebs. Das wäre ein Minus von 194 Einwohnern pro Jahr.

"In den ersten vier Jahren der Existenz der neuen Stadt haben wir diesen Rückgang - leider - auch erreicht", so Krebs weiter. Nun werde er erstmals um 60 Einwohner unterschritten. "Von einer Trendwende kann man natürlich nicht sprechen, aber es ist zumindest eine positive Entwicklung, wenn der Rückgang kleiner wird", so der Vizestadtchef.

Insgesamt aber schrumpft die Einwohnerschaft der Oberharzstadt - wie die unzähliger Kommunen im gesamten Harz und in Deutschland auch. Genauer hingeblickt, wurden zwar letztes Jahr 59 kleine Oberharzstädter geboren, aber in der gleichen Zeit wurden 165 Einwoher zu Grabe getragen. Besonders viele - 65 - allein im größten Ortsteil, in Elbingerode. Aber auch in den anderen Städten hat der Sensenmann seine Arbeit getan. Im Dorf Stiege starben 2014 sogar mehr Einwohner als in den Städten Benneckenstein oder Hasselfelde. "Wir haben ein Problem der Überalterung, es gibt zu viele Sterbefälle", so Krebs.

Bei den Geburten liegt ebenfalls Elbingerode als größter Ortsteil vorn, gefolgt von Benneckenstein, Hasselfelde und Stiege. Hervorhebenswert sind dabei die Ortsteile Rübeland und Neuwerk. In beiden gab es 2014 etwas mehr Babys als Sterbefälle.

Ebenfalls auffallend ist die Entwicklung im Ortsteil Tanne, wo es mit 18 Einwohnern den größten Zuwachs gab. Ebenso gab es Zuwachs in Neuwerk. Dort stieg die Einwohnerzahl um 12 neue Bewohner an - vier Babys und acht Zuwanderer. Beide Orte sind allerdings die Ausnahmen.

"Die sonst viel genannte Abwanderung ist bei uns gar nicht so das Problem", erläutert Roland Krebs die Lage. Insgesamt wanderten letztes Jahr 28 Oberharzer ab. Die meisten aus Benneckenstein und Hasselfelde. Fehlende Kindertagesstättenplätze oder Ähnliches seien kein Grund für den Wegzug oder den anhaltenden Junge-Leute-Mangel, so Krebs. Die Stadt werde ihre Bemühungen um mehr Attraktivität für Familien und für Jüngere entsprechend ihren Möglichkeiten weiter fortsetzen.

Was die Zusammensetzung betrifft, so gehören derzeit 71 Ausländer zur Einwohnerschaft der Oberharzstadt, das sind 0,63 Prozent. Der Frauenanteil ist leicht erhöht. Es gibt laut Verwaltung rund 300 Frauen mehr als Männer.

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