Wernigerode/Harzgerode l Es sind die berühmten W-Fragen aus touristischer Sicht: Wo kann ich gut übernachten? Wo wird kulinarisch brilliert? Und: Welche interessanten Ferienangebote gibt es, wo finde ich sie, wie gelange ich schnell an weitere Infos und wie kann ich die Offerten direkt buchen? Fragen, die sich wohl die meisten Urlauber stellen. Im Harz sollen sie künftig unkompliziert, schnell und vor allem zeitgemäß beantwortet werden. Die Tüftler der Wernigeröder Software-Schmiede UTi haben dafür eine kostenlose Applikation (App) für Smartphones und Tablet-Geräte entwickelt.

Für UTi-Geschäftsführer Hendrik Schönfeldt eine logische Entwicklung. Internetfähige Endgeräte seien längst Standard und quasi allgegenwärtig. "Für uns stand die Frage, wie man das gute alte Papierprospekt, das auf keinen Fall wegfallen soll, ins Internet und auf die Smartphones bringen kann", so der Unternehmer bei der Vorstellung der Urlauber- und Touristen-App für Wernigerode.

Herausgekommen ist eine Programm-Offerte, die den Nutzer durch den Dschungel der Angebote lotst. Nicht nur durch Wernigerode und Schierke, sondern auch durchs Umfeld. Bei den touristischen Angeboten ist der Miniaturenpark "Kleiner Harz" ebenso vertreten wie das Luftfahrtmuseum, der Brocken-Heißluftballon oder das Brockenhaus. Überregional findet sich beispielsweise die Rübelandbahn von Blankenburg nach Rübeland.

Überregional ist ein Stichwort, auf das Schönfeldt und Co. setzen: Sie wollen ganz bewusst über den Tellerrand von Wernigerode und Schierke hinausschauen. Deshalb verstehen sie sich auch keineswegs als Konkurrenz zu anderen Service-Apps wie jener der Stadt Wernigerode. Im Gegenteil: Von der UTi-App wird der Nutzer direkt auf die Wernigerode-App geleitet. Zum Stichwort "Überregional" kommt so das Prinzip "Verknüpfung".

Und Schönfeldt und seine Mitstreiter wollen noch mehr Akzente setzen. Beispielsweise beim Service. Haben sich Gäste für ein Restaurant oder eine Pizzeria entschieden, sind E-Mail, Anruf oder Routenführer dorthin mit einem Tastendruck aktiviert. Analoges gilt auch für andere Angebote.

Um die Nutzer zu entlasten, streben die Macher von UTi eine gewisse Vorauswahl an. Die zunächst vier Rubriken Touristische Einrichtungen, Cafés und Restaurants, Dienstleistungen und überregionale Angebote sollen jeweils mit maximal 30 Einträgen belegt werden. Schönfeldt spricht von "Premiumangeboten" und hofft mit dem Startschuss am gestrigen Dienstag auf einen Wettlauf der Interessenten um die begrenzten Plätze.

Denen gelingt der Sprung auf die Web-Plattform freilich nicht zum Nulltarif. Neben einer Jahrespauschale wird eine einmalige Gestaltungs- und Programmierungsgebühr fällig. Im Gegenzug dürfen sich die App-Nutzer auf eine werbefreie, serviceorientierte Offerte freuen. "Das soll nicht laufend piepsen, sondern ganz unaufdringlich funktionieren", erklärt der UTi-Chef.

Ein Partner der ersten Stunde ist der von Marlies Ameling geleitete Wernigeröder Bürgerpark mit dem Miniaturenpark "Kleiner Harz". Auch sie habe sich mit Blick auf die Urlauber ein überregionales Angebot gewünscht, so Marlies Ameling bei der App-Präsentation. "Keine Frage, Wernigerode hat eine gute App, mir fehlt aber das Überregionale."

Der Run auf die modernste Informationstechnlogie habe sie gewissermaßen selbst überrascht, räumt sie ein: "Wir haben vor einiger Zeit QR-Codes an unseren Modellen angebracht und hatten vor allem die Kinder als Zielgruppe im Blick. Aber denkste: Heute stehen da die 70-Jährigen mit ihren Smartphones." Die neue App sei der richtige Schritt und ein guter Anfang.

"Wir haben noch viele Ideen, darunter den Zugriff auf Web-Cams."

Hendrik Schönfeldt, UTi-Geschäftsführer

Was quasi das nächste Stichwort ist: Die Urlauber-App ist in der jetzigen Fassung bestenfalls der Anfang, betont Schönfeldt. "Wir haben noch viele Ideen, darunter den direkten Zugriff auf Web-Cams oder kurze Werbeclips der Partner", skizziert er denkbare Weiterentwicklungen. Nicht nur bei der Urlauber-App für Wernigerode und Schierke, sondern auch bei deren Schwester-Apps für die Regionen Harzgerode, Stolberg, Braunlage, Oberharz am Brocken und Ilsenburg, die bereits online sind. Im März soll Blankenburg folgen.

Die Apps können für Android und iOS direkt in den Stores geladen werden, zudem wird es Aufkleber mit QR-Codes zum Installieren der App geben.