Wernigerode l Magdeburg, Goslar und Aschersleben sind Vorreiter. Wernigerode will es ihnen gleichtun. Ab Ende März soll es möglich sein, dass Autofahrer ihre Parkgebühren mit dem Handy zahlen. Der Startschuss für das Handy-Parken in Wernigerode sollte eigentlich schon im Januar fallen (Volksstimme berichtete). Die Einführung wurde jedoch von der Stadtverwaltung verschoben.

Die Auswahl des Serviceanbieters habe sich in die Länge gezogen, sagt Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich auf Volksstimme-Nachfrage. "Wir haben drei Angebote von unterschiedlichen Firmen vorliegen, befinden uns gerade in den Nachverhandlungen." Fröhlich ist zuversichtlich, dass die Entscheidung in Kürze fällt. "Steht der Serviceanbieter fest, müssen wir lediglich die Schilder mit den Servicenummern für unsere 25 Parkautomaten drucken lassen."

Und so funktioniert es: Der Nutzer schickt eine SMS mit seinem Autokennzeichen und der gewünschten Parkdauer an die Servicenummer. Die Abrechnung erfolgt über die Mobilfunkrechnung oder die Prepaid-Karte des jeweiligen Netzbetreibers. Dadurch kann der Autofahrer seine Parkdauer auf den Cent genau abrechnen. Sollte er bei seinen Besorgungen länger brauchen, ist das kein Problem. Eine SMS erinnert kurz vor Ablauf des Tickets daran, dass nachgezahlt werden muss.

"Der Markt ist gerade sehr umkämpft."

Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich

Die technischen Voraussetzungen sind vorhanden, wie Gerald Fröhlich informiert. Für die Politessen wurden bereits 2013 neue Erfassungsgeräte angeschafft. Mit den internetfähigen Smartphones können die Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes nicht nur die Parksünder registrieren. Die Geräte sind auch in der Lage, die "virtuellen Parkscheine" zu kontrollieren.

Seit der Stadtrat im November 2013 auf Initiative von André Weber (CDU) grünes Licht für das Handy-Parken gegeben hatte, haben sich die technischen Möglichkeiten rasant entwickelt. Neben dem SMS-Dienst sei inzwischen die App-Variante auf dem Vormarsch. "Wir wollen beides anbieten, weil wir uns auch von der neuen Anwendung viel versprechen", so Fröhlich. Hierbei kann sich der Nutzer eine App - also ein Computerprogramm - auf sein Handy laden. "Für die Parkdauer gibt es eine Start- und eine Stopptaste, die Tarifzone wird von dem Programm automatisch erkannt."

Was die Ausgaben für das Projekt betrifft, kann der Ordnungsamtsleiter noch keine konkreten Angaben machen. "Der Markt ist gerade sehr umkämpft. Deshalb kann es sein, dass wir am Ende deutlich weniger bezahlen, als zu Beginn angenommen." Fakt sei, dass der Stadtverwaltung für die Bereitstellung des Services Kosten entstehen. So berechne der Anbieter im Schnitt etwa 13 Prozent der eingenommenen Parkgebühren als Provision. "Wie viel wir letztlich bezahlen, hängt davon ab, für welchen Anbieter wir uns am Ende entscheiden."

Übrigens: Auch nach der Einführung des Handyparkens ist es in Wernigerode möglich, Parktickets ohne Smartphone auf die herkömmliche Art und Weise zu lösen und zu bezahlen.