Mit einem Festakt im rekonstruierten Theatersaal hat der Verein "Rettung Schloss Blankenburg" sein zehnjähriges Bestehen mit vielen Mitgliedern, Freunden und Förderern gefeiert. Sie zeigten sich allesamt stolz auf das Geleistete.

Blankenburg l Nun ist es doch eine große Feier geworden. Mit 120 Gästen hat der Verein "Rettung Schloss Blankenburg" sein zehnjähriges Bestehen begangen und mit Stolz auf eine schier unglaubliche Erfolgsgeschichte zurückgeblickt. Was einst mit einer "verrückten Idee" begann, gipfelte im vergangenen Jahr mit der Verleihung der Silbernen Halbkugel an die Blankenburger Schlossretter, die damit in die "Erste Liga" des Denkmalschutzes in Deutschland aufgestiegen sind.

Das betonte am Freitagabend beim Festakt im Theatersaal auch Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD), der es sich trotz anderer Verpflichtungen nicht nehmen ließ, den Blankenburgern persönlich zu gratulieren. Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) verwies darauf, dass die Stadtverwaltung immer Flagge gezeigt und auch in schwieriger Zeit geholfen habe. Dass sei ihm als ein "Mitglied der ersten Stunde" mit der Mitgliedsnummer sieben eine Herzensangelegenheit gewesen. Deshalb werde er sich über seine Amtszeit hinaus weiter für das Schloss engagieren, kündigte er an und dankte allen engagierten Helfern, die sich um das Wahrzeichen der Stadt so verdient gemacht haben.

In seiner Festrede erinnerte Vereinspräsident Prof. Dr. Gerd Biegel an jene Zeit, als entschieden wurde, eben nicht den einfachen Weg über Abriss und Neubau zu gehen, sondern "ein Denkmal von europäischem Rang und mit Symbolkraft für den gesamten Harz zu retten, zu sanieren und wiederzubeleben". Daraus sei ein Vorzeigeprojekt geworden. Entscheidend dafür sei die Gemeinschaft der Bürger gewesen. Ihnen ist inzwischen bewusst, so Biegel, dass sie eben nicht in einer grauen, fast vergessenen Stadt leben, die vom Glanze Quedlinburgs und Wernigerodes überstrahlt werde, sondern in einer Stadt mit einer reichen Tradition, die Persönlichkeiten der Weltgeschichte hervorgebracht hat. An Kultusminister Dorgerloh gewandt sagte Biegel: "Europäische Kulturerbestätten, die zugleich Geschichtsorte sind, haben wir nicht so viele" und untermauerte dies mit zahlreichen Fakten aus der Geschichte des Welfenhauses und dessen europaweiter Vernetzung, deren Impulse von Blankenburg ausgegangen waren.

Biegel merkte aber auch kritisch an, das Ehrenamt insgesamt stärker gesellschaftlich zu würdigen. Gerade sein Verein leiste beispielhafte Arbeit. Gleichzeitig appellierte er an engagierte, junge Menschen, sich stärker im Schloss und in ihrer Stadt einzubringen.

Eine schöne Geste war zum Abschluss des Festaktes die Einladung des Schlossbeirates an die ehrenamtlichen Helfer, die seit Jahren die Führungen für Touristen, die Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte, Hochzeiten und Feste im Schloss absichern. Beiratsvorsitzender Heiko Breithaupt lud sie zu einem gemeinsamen Nachmittag in die Glasmanufaktur Harzkristall nach Derenburg ein.

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