Einen besonderen Musikgenuss haben mehr als 200 Zuhörer auf dem Großen Schloss in Blankenburg erlebt: das Festkonzert des Landesjugendchors aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens.

Blankenburg l Nicht das Refektorium im Kloster Michaelstein, sondern der Theatersaal im Großen Schloss war der Ort für das traditionelle Konzert des Landesjugendchores. Nach einer intensiven Arbeitswoche im Kloster Michaelstein, die in diesem Jahr leider durch zahlreiche Erkältungserkrankungen ihre spürbare Beeinträchtigung fand, präsentierte dieser traditionsreiche Chor, der 1995 durch Prof. Dr. Friedrich Krell mit Unterstützung des Landesmusikrates Sachsen-Anhalt gegründet worden war, sein Jubiläumsprogramm. Schon unter seinem Gründer entwickelte der Chor eine überragende künstlerische Qualität. 2001 übernahm Professor Wolfgang Kupke, der Rektor der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle, die Leitung des Chores und setzte den von Friedrich Krell begonnenen Weg erfolgreich fort.

Im ersten Teil des Jubiläumskonzerts kam anspruchsvolle geistliche Chormusik zum Klingen. In den Gesängen von Knut Nystedt (1915-2014) und Wolfram Buchenberg (*1962) bewältigten die Sängerinnen und Sänger die harmonisch zum Teil sehr schwierigen Passagen mit sauberer Intonation. Wolfgang Kupke erarbeitete vor allem den kultivierten Klang seines Chores . Welche Nuancen eines auch immer noch klingenden Pianos ihm während des ganzen Konzertes gelang, war erstaunlich. Die drei Gospels, eigentlich bekannte Titel in der Chormusik, wurden den Zuhörern in musikalisch anspruchsvollen, sehr interessanten Bearbeitungen geboten. Sehr schön erklang die tiefe Emotionalität von "Swing low".

Den Abschluss des "geistlichen" Teils bildete Johann Sebastian Bachs (1685-1750) "Wohl mir, dass ich Jesum habe". Der Stammchor wurde dabei durch eine große Anzahl ehemaliger Chormitglieder, zum Teil auch aus der Zeit Friedrich Krells, zu einem gewaltigen Klangkörper verstärkt, den anzuhören einfach Freude bereitete. Eigentlich war hier Friedrich Krell als Dirigent geplant. Er konnte aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mitwirken. Er fehlte nicht nur den Sängern. Der Präsident des Landesmusikrates Winfried Willms würdigte sehr engagiert sein Wirken in einem Grußwort.

Im weiteren Verlauf des Konzerts standen weltliche Gesänge bedeutender Vertreter der europäischen Chormusik aus verschiedenen Stilepochen im Vordergrund. Der Chor ließ sich engagiert und willig durch das gleichermaßen lockere und sehr präzise Dirigat seines Leiters führen. Der Einsatz von Solisten oder auch kleineren Sologruppen war eine schöne Ergänzung und gab dem Darbietungen Farbigkeit. Den Sängerinnen und Sängern gebührt Anerkennung, dass sie trotz der körperlichen Beeinträchtigung durch Erkältungen dieses Konzert mit großem persönlichen Einsatz durchgestanden haben. Ein gestalterischer Höhepunkt wurden noch einmal - wieder gemeinsam mit den "Ehemaligen" - die drei Lieder von Johannes Brahms (1833-1897) und hier besonders die "Waldesnacht"in einem beeindruckenden Piano. Die Zugabe - Variationen von Franz Schögel (1930-1982) zu Schuberts "Forelle"- zeigte einen gelösten Chor. Die Ansagen anzuhören war vergnüglich und reizvoll. Ein begeistertes Publikum dankte dem Chor für einen genussreichen Abend.

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