Tief im frisch verschneiten Oberharzer Wald ist eine neue Brücke freigegeben worden. Sie verbindet die Ufer des Spielbachs, erschließt viele Hektar Wald und ist bequem für Wanderer.

Königshütte l Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee haben Straße und Wiesen bedeckt, als sich Forst- und Bauleute sowie Naturschützer am Montagmittag auf den Weg zum Spielbach im Walddreieck zwischen Königshütte, Tanne und Elend aufmachten.

Weder der Chef des Landesforstbetriebs, Bernd Dost aus Magdeburg, noch Oberharz-Bauamtsleiter Dieter Bock oder Andreas Ebert, Chef der Blankenburger Straßenbaufirma Stratie, hatten mit dem sehr schönen, wie es hieß, Winterwetter gerechnet. Dabei, so betonte Joachim Bauling als Chef des einladenden Forstbetriebs Oberharz, sei der Anlass des Treffens ohnehin ein guter.

Freigegeben wurde eine nagelneue Brücke aus Stahlbeton über den Spielbach. Das Gewässer trennt Teile des Forstreviers Königshütte, die nun besser bewirtschaftet werden können. "Das habe ich mir schon lange gewünscht", sagte die zuständige Revierförsterin Grit Defourny der Volksstimme. Die Försterin zählte ebenso zu den Einweihungsgästen wie Naturkenner Otfried Wüstemann. Er hatte mit dafür gesorgt, dass der 150 000 Euro teure Bau so naturverträglich wie möglich vonstatten ging.

Der Spielbach sei ein sehr sensibles Gebiet mit Schutzstatus für Wassereinzug und Natur nach der noch strengeren Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH), so Wüstemann. Deshalb wurde vor Baubeginn letzten Sommer der Fischbestand umgesiedelt. Darunter Groppen, Forellen und vor allem die geschützten Neunaugen.

Auf 50 Meter Bachlauf seien 131 dieser Neunaugen und 52 Forellen gefangen worden, hieß es. Die Fische wurden an anderer Stelle in den Spielbach gesetzt und besiedeln nun nach Bauende auch den leergeräumten Bachlauf wieder.

Hauptsächlich diene die neue Brücke dem Holztransport, betonte Dost. Zugleich sei sie für Notfälle oder beim Katastrophenschutz für Rettungsfahrzeuge nutzbar. Der Landesforstbetrieb habe den Bau aus eigener Kraft und ohne Fördergeld finanziert. Dabei sei auf eine der Natur angepasste Bauweise, zum Beispiel auf ein schmuckes Geländer aus Harzer Eichenholz, geachtet worden. Schließlich stehe das Bauwerk in einem touristisch interessanten Gebiet.

Wegen der Grippewelle habe sich die Freigabe der schon länger fertigen Brücke verzögert. Nun aber könnten Wanderer sie nutzen. Oder eben Skiläufer, wenn frisch gefallene Schnee liegen bleibt.

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