Die Wernigeröder Feldstraße soll auf einer Länge von 750 Metern ausgebaut werden. Laut Plan wird noch in diesem Jahr der erste Bauabschnitt in Angriff genommen.

Wernigerode l Risse und Löcher im Asphalt, teilweise notdürftig überdeckt: Die Wernigeröder Feldstraße hat ihre besten Zeiten sichtbar hinter sich. "Wenn ich es vorsichtig ausdrücke, dann zeigt die Straße leichte Tendenzen zum Patchwork", sagte Michael Pülm, Prokurist des Ingenieurbüros Richter. Im Untergrund sehe es nicht besser aus. Anstelle neuen Flickwerks soll deshalb nun eine dauerhafte Lösung her. Die Stadtverwaltung plant den grundhaften Ausbau in diesem und dem kommenden Jahr. Das Vorhaben ist in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses vorgestellt worden.

Der erste Abschnitt, der noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden soll, erstreckt sich auf rund 350Metern Länge vom Altstadtkreisel bis zum ehemaligen Güterschuppen. Das zweite, für 2016 vorgesehene Teilstück, erstreckt sich bis zur Schmatzfelder Straße.

Die Fahrbahn soll mit einer Breite von sieben Metern ausgebaut werden. Beidseitig werden Schutzstreifen für Radfahrer vorgesehen. Gleichzeitig soll ein Regenwasserkanal angelegt werden - bisher ist dieser nur teilweise vorhanden, wie Planer Michael Pülm erläuterte. Das Ergebnis: Nach jedem Regenguss bilden sich Pfützen auf der Straße. Zudem sollen beidseitig Gehwege angelegt werden. Diese gibt es bisher nur auf einer Straßenseite. Geplant ist außerdem, dass die Stadtwerke im Rahmen der Bauarbeiten die Leitungen für Trinkwasser, Gas und Strom sowie die Straßenbeleuchtung erneuern.

Für Lkw, die in der Feldstraße ansässige Betriebe anfahren, sind in Höhe des Getriebewerks Parkboxen geplant. Diese sollen sich längs der Straße auf der bebauten Seite befinden. Bisher gebe es dort häufig Probleme bei der Anlieferung, erklärt Michael Pülm. "Wir wollen einen Beitrag zur Entflechtung des Verkehrs leisten." Die Parkplätze seien nicht an bestimmte Firmen gebunden.

Kritisiert wurde der Plan, die Radler auf der Straße fahren zu lassen. Gefährlich sei es, wenn sich Radfahrer zwischen fahrenden Lkw auf der Fahrbahn und stehenden auf den Parkplätzen bewegen müssten, sagte Hagen Bergmann, sachkundiger Bürger im Ausschuss. Er regte an, den Radweg auf die straßenabgewandte Seite zu verlegen. "Das ist eine Frage der Sicherheit." Dieser hätten sich die Planer gestellt, so Michael Pülm. Von sechs möglichen Varianten habe man sich für die vorgestellte entschieden - auch weil das Radfahren auf der Straße inzwischen bundesweit kombinierten Rad- und Fußwegen vorgezogen werde, erklärte der Chef des Stadtplanungsamtes, Hans-Dieter Nadler. Demgegenüber sprach sich Sabine Wetzel (Bündnis 90/Grüne) für zwei nebeneinander liegende Fuß- und Radwege aus.

Eine andere Frage warf Ausschussmitglied Siegfried Siegel (SPD) auf. "Ist es nötig, auf einer Seite einen Fußweg auszubauen, der nicht gebraucht wird, weil dort nichts ist?" Der geplante Parkplatz an der Feldstraße wird vorerst nicht gebaut, weil dafür laut Stadtverwaltung keine Fördermittel fließen. Dennoch wäre es sinnvoll, den kompletten Abschnitt fertigzustellen, sagte Thomas Mendritzki vom Tiefbauamt.

Matthias Winkelmann (CDU) plädierte dafür, den Stellplatz ebenfalls sofort zu bauen. "Wir werden in den kommenden Jahren große Parkplatzprobleme in der Stadt bekommen." Sabine Wetzel warnte davor, mit öffentlichem Geld Parkplätze für Gewerbetreibende zu errichten. Auch grundsätzlich sah sie Probleme. "Für mich ist der massive Straßenausbau zu diesen Kosten nicht nachvollziehbar." Dem entgegnete Winkelmann: "Die Feldstraße ist eine der letzten Straßen, die instandgesetzt werden muss." Auch Siegfried Siegel sagte: "Der Handlungsbedarf ist offensichtlich."

Die Kosten für den Ausbau der Feldstraße werden auf rund 770000 Euro inklusive Planung geschätzt. Ob die Zahl Bestand hat, werde sich laut Bauamt bei der Ausschreibung zeigen.