Gut 30 Harzer und Gäste haben das Sonderangebot zu Fledermaus-Touren durch die Baumannshöhle genutzt und staunten nicht schlecht. Die Höhle ist nicht nur ein Magnet für Touristen, sondern auch für viele tausende geschützte Hautflügler.

Rübeland l Sie ist nicht das Alfred-Brehm-Haus des Harzes, und große Flughunde wie dort im Berliner Zoo gibt es in der Baumannshöhle Rübeland auch nicht. Dafür aber deuten gern mal übersehene Türklinken in Fledermausform auf die hier ansässigen Flugtiere hin, lassen echte Fledermäuse schon mal die Besucher staunen und Experten schwelgen.

So geschehen bei den Sonderführungen mit Bernd Ohlendorf von der Landesreferenzstelle für Fledermausschutz in Sachsen-Anhalt. Einmal 22 und einmal zwölf Besucher zogen bei den auf maximal 30 Teilnehmer begrenzten Extratouren mit Ohlendorf durch die Höhle. Ihre Aufmerksamkeit galt nicht der Zauberwelt der Steine, sondern den fast unscheinbar in den Wänden hängenden Fellbällchen mit Flügeln und Krallen. Zumeist werden diese von den Besuchern übersehen, und das ist auch gut für ihre Ruhe. Diesmal jedoch wurden die Fledermäuse gezielt gesucht, gefunden und vorsichtig betrachtet. Rund 4000 Fledermäuse übernachten in jedem Winter in der Baumannshöhle, berichtete Experte Ohlendorf der staunenden Besucherschar. In der benachbarten Hermannshöhle sind es nochmal geschätzte 5000 Fledermäuse, die sich in den weitläufigen Höhlengängen gut verstecken können.

Damit gehörten die Rübeländer Tropfsteinhöhlen zu den größten Überwinterungsquartieren des Harzes und seien für den Schutz der Arten unabdingbar, sagte Bernd Ohlendorf, der immer wieder auch Fragen der Besucher bereitwillig beantwortete. Bevorzugt angeflogen würden Rübelands Höhlen von der Nymphenfledermaus, der Wasser- und der Bartfledermaus sowie von der als sehr bekannt geltenden Gattung Großes Mausohr.

Besucher können die Mäuse bei genauerem Hinschauen gut hängen sehen, selbst in beleuchteten Gängen für die regulären Höhlenführungen. Meist sei es das Große Mausohr, hieß es, und so platziert, dass der Führungsbetrieb sie nicht störe. Der Winterschlaf gehe jetzt langsam zu Ende, so Ohlendorf, für die Fledermäuse beginne die Aufwachphase.

Richtig fliegen sahen die Besucher nur eine Fledermaus. Manche wechselten auch mal den Schlafplatz, hieß es, oder checken die Wetterlage. Der Neuschnee dieser Tage dürfte dafür sorgen, dass sich so manche Fledermaus nochmal neu zusammenkuschelt.

Aktionen auf den Spuren der geschützten Insektenfresser soll es künftig öfter in Rübeland geben, so Oberharz-Tourismusbetriebschef Thomas Schult nach der Führung. Er nahm daran mit Vizechef Markus Mende teil, und beide waren sichtlich beeindruckt.

 

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