Mit Dank, Urkunde und Fachvorträgen ist Forstdirektor Joachim Bauling nach knapp 44 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet worden. Er leitete den Forstbetrieb Oberharz seit Gründung 2006, will als Rentner mehr lesen und Konzerte hören, bleibt aber dem Wald verbunden.

Hasselfelde l Einen Beruf, der irgendwie Spuren hinterlässt, den wollte Joachim Bauling nach eigenen Angaben schon immer ergreifen. Und Spuren in Form gesunder Wälder und eines intakten Forstbetriebes hinterlässt er tatsächlich. Am Freitag hat der gerade 65 Jahre alt gewordene Waldexperte seine Laufbahn beendet.

Landesforstbetriebschef Bernd Dost dankte dem scheidenden Betriebsleiter vor etwa 50 Kollegen, Mitstreitern und Freunden im Kursaal Hasselfelde für sein stetes Engagement und wünschte alles Gute.

Eberhard Reckleben, Referatsleiter für Wald- und Forstwirtschaft im Landwirtschafts- und Umweltministerium, überreichte eine Freude auslösende Urkunde. Mit dieser bescheinigt Minister Hermann Onko Aeikens (CDU) Baulings Eintritt in den Ruhestand.

Reckleben würdigte Baulings knapp 44-jähriges forstliches Wirken und dessen manchmal eigenwillige, zurückhaltende Art. Die werde im Alltagsbetrieb zwar oft übersehen, meinte Reckleben, lasse aber Vertrauen wachsen.

1977 wurde der studierte Forstmann Joachim Bauling im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Haldensleben wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann Oberförster und Fachdirektor für Produktion. In den Harz kam der geborene Erxlebener 1988, wurde Chef des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Wernigerode, später Forstamtsleiter in Wernigerode und in Elend. Als 2006 nach zig Reformen der Landesforstbetrieb entstand, übernahm der Vater zweier Söhne die Leitung des Forstbetriebes Oberharz mit seinen riesigen Waldflächen (siehe Kasten). "Wir haben es geschafft, in kurzer Zeit ein leistungsstarkes Team aufzubauen", sagte Bauling der Volksstimme im Rückblick. Das starke Team sei die Grundlage gewesen, die enormen Schäden des Sturms "Kyrill" im Harzer Wald schnellstmöglich zu beheben. "Die Ergebnisse der aktuellen Forstinspektion belegen, dass die Wälder heute nicht nur massereicher und produktiver, sondern auch struktur- und artenreicher geworden sind", so der Forstmann weiter. Es sind quasi seine Spuren. Sie hinterlassen zu dürfen, so der bescheidene Bauling, sei ein Privileg der Forstleute, deren Arbeit so nach hundert oder mehr Jahren noch sichtbar sei.

Wer Jahrzehnte passioniert für Wald, Bäume und die Jagd aktiv war, kann sicher gar nicht mehr vom Wald lassen. "So ist es", gibt Bauling gerne zu. Er werde dem Wald verbunden bleiben und auch auf die Jagd gehen. Zugleich will der Ruheständler aber mehr lesen und Konzerte besuchen. Und eine Reise nach Kanada hat er mit Ehefrau Sabine, ebenfalls eine Waldexpertin, auch schon fest geplant.