Blankenburg l Schwindende Polizeipräsenz auf der einen, Schäden durch Vandalismus und zu hohe Kosten für eine permanente Einzel-Bewachung auf der anderen Seite, haben den Unternehmer Oliver Keim bewogen, ein Sicherheitskonzept für die Blankenburger Kernstadt zu entwerfen. Der Chef eines örtlichen Sicherheitsdienstes stellte seine Idee eines "Aktionsbündnisses Sichere Stadt (ASS)" zur jüngsten Versammlung des in Gründung befindlichen Wirtschaftsfördervereins rund 30 interessierten Zuhörern vor.

Kernstück seiner Überlegungen ist das Einrichten einer sogenannten City-Streife. Das optisch markante Einsatzfahrzeug soll vor allem in den Nachtstunden ein bestimmtes Areal überwachen und dabei nicht nur die schützenswerten öffentlichen Gebäude und Grünflächen wie den Thie-Park, den Stadtpark, die Schulen, Kindergärten und Schlösser abfahren, sondern auch die Geschäfte und Gewerbebetriebe jener Unternehmer, die sich am Aktionsbündnis beteiligen. "Es geht nicht darum, die Gewerbetreibenden zur Kasse zu bitten", so Oliver Keim. In erster Linie solle die "City-Streife" im Einsatz der Stadtverwaltung tätig werden. Je mehr Partner sich aber finden, umso günstiger werde schließlich die gesamte Aktion, und umso dichter das Netz der überwachten Objekte. Ebenfalls eingerichtet werden soll ein Bürgertelefon, über das die Einwohner, die Einbrüche oder Sachbeschädigungen bemerken, das Ordnungsamt informieren können. Der Anruf soll wiederum an den Sicherheitsdienst weitergeleitet werden. Oliver Keim: "Wir können damit sicherstellen, dass wir innerhalb von fünf Minuten vor Ort sind."

Wer aktuell in der Nacht die Polizei rufe, so der Sicherheitsunternehmer, müsse aufgrund der aktuellen Polizeistruktur darauf gefasst sein, unter 45 Minuten Wartezeit keine Polizei an Ort und Stelle zu haben.

Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass der "City-Streife" keine hoheitlichen Aufgaben übertragen werden können. "Durch Übertragung des Hausrechts der Streifenwege ist es aber möglich, Straftäter zu verfolgen und Straftaten zu verhindern. Unser Konzept beruht auf Prävention durch einen privaten Sicherheitsdienst, der sowohl der Stadtverwaltung, als auch den Bürgern zugute kommt", so Keim. Außerdem werde damit ein zusätzlicher Arbeitsplatz in seinem Unternehmen geschaffen.

Wie Gastgeber Hartmut Berge erklärte, habe beispielsweise der Weihnachtsmarktverein gute Erfahrungen gemacht, seit der Markt vor dem Rathaus durch den Sicherheitsdienst bewacht werde. Auch bei einem Autohändler in der Lerchenbreite sei die Diebstahlquote seither gesunken: "von hundert auf null", erklärte Oliver Keim.

Interessant wird nun sein, wie die Blankenburger Stadtväter auf diese Initiative reagieren. Ein offizieller Vertreter war an diesem Abend, an dem zeitgleich das Klimaschutzkonzept vorgestellt wurde, nicht im "Schlosshotel" dabei. Aufgrund der prekären Haushaltslage dürfte es schwierig werden, einen fünfstellen Betrag für eine sogenannte freiwillige Leistung darzustellen.