Für den Erhalt des Besucherbergwerks "Drei Kronen Ehrt" kämpfen Vereinsmitglieder und Politiker. In Magdeburg sprachen sie mit Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU). Ende März soll vor Ort über Lösungen verhandelt werden.

Rübeland/Magdeburg l Es ist noch nicht der Durchbruch, auf den die Bergbaufreunde und ihre Unterstützer gehofft haben. Doch beim Thema "Drei Kronen Ehrt" bewegt sich etwas. Die Beteiligten werden sich voraussichtlich am 24.März zu einem Arbeitsgespräch am Besucherbergwerk treffen. Das ist das Ergebnis einer Zusammenkunft im Magdeburger Landtag am Freitag. Angestoßen hatte dies der SPD-Landtagsabgeordnete Ronald Brachmann. Mit den Ergebnissen ist er zufrieden. "Das ist ein deutlicher Schritt nach vorn", bilanziert der Sozialdemokrat.

Vertreter des Vereins Bergbaufreunde Elbingerode, der Arbeitsförderungsgesellschaft (AFG) Harz, der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungs-Gesellschaft (LMBV) sowie der Harzer Landrat Martin Skiebe (CDU) und Oberharz-Bürgermeister Frank Damsch (SPD) waren zum Gespräch in die Landeshauptstadt gereist. Dort trafen sie sich mit Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) sowie den Landtagsabgeordneten Ronald Brachmann, Angela Gorr (CDU) und Evelyn Edler (Linke). Die drei Harzer Landespolitiker unterstützen die Initiative für das Besucherbergwerk, das nach bisherigem Stand im November seine Pforten schließen muss (wir berichteten).

Einigkeit herrschte in der Runde darüber, dass am Standort von "Drei Kronen Ehrt" zumindest ein Museum an die Traditionen des Bergbaus im Harz erinnern soll, wie Ronald Brachmann mitteilt. Ob dieses Haus weiter das Bergwerk oder einen Teil davon wird nutzen können, ist noch zu klären.

Den Standpunkt des Bergbausanierers erklärte Klaus-Dieter Bahr, Betriebsleiter in Sondershausen. Die LMBV müsse sich an die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie halten und die Schachtanlage komplett verfüllen. Die Mehrkosten für eine Pumpanlage, die ansonsten zum Ableiten des Wassers nötig wäre, seien außerdem zu hoch. Das sehen die Elbingeröder Bergbaufreunde anders. Sie plädieren für den Vorschlag von Brachmann und Skiebe, die Anlage schrittweise zu verfüllen und die Wasserverläufe zu überwachen. "Das gesamte Wasserregime sollte mindestens ein Jahr lang beobachtet werden", sagte der Vereinsvorsitzende Harald Müller. Dass bei kompletter Verfüllung kein Wasser austrete, könne niemand garantieren.

Zudem sollten die Erfahrungsträger des Vereins einbezogen werden, die jahrzehntelang in der Grube gearbeitet hätten. Das geschehe bei dem geplanten Treffen. "Zum ersten Mal erhalten wir Einblick in die Unterlagen der LMBV", sagt Müller. Das sei ein Fortschritt.

Das bestätigt Gudrun Mehnert, Geschäftsführerin der AFG. "Wir sind einen Schritt weitergekommen, weil wir aufeinander zugegangen sind." Sie ist zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird. Auch Oberharz-Bürgermeister Frank Damsch bezeichnet das Treffen als "konstruktiv" und sagte: "Man ist diskussionsbereit. Das sehe ich als Fortschritt an."

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