Einsatz von Energiesparlampen, Elektro-Fahrrädern und Nutzung von Sonnenenergie: Schon heute gibt es vielfältige Möglichkeiten, umweltschonend zu bauen, zu leben und mobil zu sein. Ein Klimaschutzkonzept soll aufzeigen, wie umweltschädliche Treibhausgase und Energieverbrauch noch weiter reduziert werden können.

Blankenburg (uba/jmü) l Nun liegt es auf dem Tisch: das integrierte Klimaschutzkonzept für die Stadt Blankenburg und ihre Ortsteile. "Die Arbeit beginnt allerdings erst", mahnte Thomas Pöhlker von der Beratungsfirma, die das Konzept gemeinsam mit Blankenburger Einwohnern, der Stadtverwaltung und lokalen Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet hat. Jetzt gelte es, die zahlreichen Vorschläge, die das mehr als hundert Seiten starke Werk enthält, in die Praxis umzusetzen und so Energieverbrauch und Treibhausgase zu reduzieren.

Jeder Blankenburger produziere zur Zeit noch durchschnittlich 8,8 Tonnen Kohlendioxid jährlich, informierte Pöhlker. Damit würden die Einwohner der Stadt zwar unter dem Bundesdurchschnitt liegen, aber noch weit entfernt von den Klimazielen, die die Bundesregierung vorgegeben hat. Demnach soll der Kohlendioxid-Ausstoß bis 2030 um ein Fünftel und bis 2050 auf die Hälfte vermindert werden.

Einige Schwerpunkte dazu haben sich in der Diskussion schon frühzeitig herausgebildet: klimafreundliche Mobilität, der Einsatz erneuerbarer Energien und die energetische Sanierung von Gebäuden.

Elektromobilität sei sicher ein Zukunftstrend, meinte Steffen Obst, Energieberater der Stadtwerke Blankenburg. Viele Autofahrer würden aber vor der Anschaffung eines teuren Elektroautos zurückschrecken. Deshalb setzen die Stadtwerke auf Elektro-Fahrräder. Touristen und Einwohner können ein solches "E-Bike" schon jetzt bei der Tourist-Info am Kleinen Schloss ausleihen und erproben. Am Freitag, 24. April, werde es sogar einen "Tag der Elektromobilität" vor dem Schlosshotel geben.

Mit einem Musterbeispiel zum Thema "Energetische Sanierung" konnte Joachim Eggert, Leiter des Baubereichs der Stadtverwaltung, aufwarten: Die neu errichtete Grundschule "Am Regenstein" werde 80 Prozent weniger Energie verbrauchen als der Vorgängerbau: "Damit können wir den Kohlendioxid-Ausstoß in Blankenburg um 125 Tonnen jährlich senken", so Eggert.

Elke Selke vom Agenda-21-Büro der Harzer Kreisverwaltung berichtete aus der Arbeit der "ZukunftsWerkStadt" am Beispiel des in der Einheitsgemeinde Osterwieck bereits abgeschlossenen Projekts. Zahlreiche Ideen zum schonenderen Umgang mit Umwelt und Energie waren dort von den Einwohnern zusammentragen und teils auch in die Praxis umgesetzt worden. Dazu gehört zum Beispiel die Gründung einer Genossenschaft, die in Deersheim einen Dorfladen betreiben will.

Blankenburgs Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) wertet die Initiative für ein Klimaschutzkonzept als besonders zukunftsweisend: "Es zeigt, das wir uns auch auf diesem Gebiet wirklich Gedanken um die künftige Entwicklung der Stadt machen." Er verwies darauf, dass Wernigerode, Halberstadt und Blankenburg die einzigen Kommunen im Landkreis seien, die diesen Weg bislang beschritten haben. Noll regte zudem an, eventuell gemeinsam mit weiteren Partnern einen Klimaschutzmanager zu gewinnen, um "weiter am Ball zu bleiben". Dazu erhoffe er sich die Unterstützung der Landesregierung.