Für schnelles Internet in Ilsenburg und Umgebung gibt es noch Hürden und keinen konkreten Zeitplan. Interessenten können ihren Bedarf anmelden, Listen liegen in einem Fachgeschäft aus.

Ilsenburg l Es sollen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Das ist das Ergebnis einer Informationsveranstaltung zur künftigen Versorgung von Ilsenburg, Drübeck und Darlingerode mit schnellem Internet.

Zunächst soll es eine Bedarfsermittlung geben. Dafür werden im Geschäft von Mike Schröder in Ilsenburg (MS-Elektronik, Markt 4) Listen ausgelegt. Dort können sich Einwohner der Gesamtstadt eintragen, die an einer schnellen Internetverbindung interessiert sind. Es sei wichtig, dass wirklich alle Internetnutzer, die auf der Datenautobahn schneller als bisher unterwegs sein wollen, diesen Wunsch bekunden, hieß es übereinstimmend von den Fachleuten.

Diplom-Ingenieur Joachim Fricke, Leiter Planung, Projektierung und Baubegleitung bei der Deutschen Telekom Technik GmbH aus Stendal, nannte die Zahl von mindestens 400 bis 500 Interessierten, um das Projekt in die Wege zu leiten. Er rechnet wegen der bürokratischen Zwänge mit drei Jahren - von der Grundsatzentscheidung für den Ausbau der Internetverbindung bis zur Realisierung.

Es gibt, wie während der Veranstaltung im Foyer der Harzlandhalle deutlich wurde, zwei Möglichkeiten. Entweder, die Telekom oder ein anderer Betreiber sieht von sich aus die Chance, dass sich die Investition nach einigen Jahren rentiert und betreibt deshalb den Ausbau in Eigenregie, oder die Stadt klinkt sich in ein europäisches Förderprogramm für die Entwicklung des ländlichen Raumes ein, das bis zum Jahr 2020 läuft. Dann gibt es Zuschüsse, wobei die Stadt, so der Telekom-Vertreter, rund 100 000 Euro Eigenanteil aufbringen muss.

Gefördert werden mit dem neuen EU-Programm Aufwendungen, die zur Schließung der Wirtschaftlichkeitslücke bei den Betreibern für Investitionen in Breitbandinfrastrukturen führen. Ziel sei der sukzessive Aufbau von hochleistungsfähigen Breitbandnetzen in den Gebieten, in denen diese noch nicht vorhanden sind und in den kommenden drei Jahren von privaten Investoren auch nicht errichtet werden - weil kein Gewinn zu erzielen ist.

Stadtchef bremst Hoffnung

Der Bürgermeister bremste die Hoffnung, dass die Stadt den Eigenanteil aufbringen könne. "Dieses Geld haben wir nicht", räumte Denis Loeffke (CDU) ein. Die Versorgung mit schnellem Internet gehöre nicht zu den Pflichtaufgaben wie Feuerwehr, Kinderbetreuung und vieles mehr.

Auf der Veranstaltung wurde darauf hingewiesen, dass weite Teile Drübecks deutlich besser versorgt sind als Ilsenburg und Darlingerode. Der Bürgermeister informierte, dass bei Tiefbauarbeiten im Straßennetz seit einiger Zeit stets leere Rohre mit verlegt werden, die später für Glasfaserkabel genutzt werden könnten. Die Vorbereitungen für das schnelle Internet sind somit im Gange, versicherte Loeffke.