Knapp 20 Prozent mehr Strom und zehn Prozent mehr Fernwärme hat das Blockheizkraftwerk am Kupferhammer im vergangenen Jahr produziert. Stadtwerke-Chef Steffen Meinecke wertet das als Erfolg einer millionenschweren Investition.

Wernigerode l Es ist warm und extrem laut im Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Wernigerode. Mitarbeiter und auch Besucher dürfen das Herzstück der Anlage am Kupferhammer nur mit Ohrenschutz betreten. 1996 wurde das Kraftwerk erbaut, 2013 für 3,5 Millionen Euro saniert.

Dass sich die Millionen-Investition mehr als gelohnt hat, zeige sich in der Bilanz für 2014, erläuterte Stadtwerke-Chef Steffen Meinecke beim Pressetermin. Die Zahlen belegen eine enorme Steigerung des Wirkungsgrades. Innerhalb des vergangenen Jahres hat das Blockheizkraftwerk 32,9 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom produziert. Das entspricht einer Steigerung von 19 Prozent im Vergleich zur alten Anlage.

Die Wärmeausbeute hat sich um 9,8 Prozent erhöht. Insgesamt wurden 39,9 Millionen kWh Fernwärme erzeugt.

Um diesen Erfolg zu erreichen, sei die Maschinenhalle entkernt und saniert sowie die alte Technik herausgerissen worden, informierte Meinecke. Nicht nur die Turbinen, sondern auch die Trafos sowie die kompletten Schalt- und Steuerungsanlagen seien ausgetauscht worden. Zudem wurden die Sicherheitsvorkehrungen verbessert.

"Wir haben so effizient gebaut, dass die Maschinen nun keinerlei Wärme abstrahlen", sagte Meinecke. Die drei neuen Turbinen laufen rund um die Uhr und mehr als 6000 Stunden im Jahr, um die Wohngebiete Stadtfeld, Burgbreite, Horstberg und Schleifweg mit Fernwärme zu versorgen.

Das zweite Blockheizkraftwerk, das neben dem Wohngebiet Harzblick über eine Fernwärmetrasse das Harzklinikum, zwei Schulen sowie zukünftig die Turnhalle Unter den Zindeln sowie das HKK-Hotel mit Energie beliefert, soll in diesem Jahr saniert werden. Ziel sei es, das Fernwärmenetz zu erweitern und neue Kunden dafür zu begeistern, kündigte der Stadtwerke-Chef an. Mit der Fernwärme habe sein Unternehmen auf das richtige Pferd gesetzt. "Das wollen wir in Zukunft weiter entwickeln", so Steffen Meinecke.

Zu den Stadtwerken gehe er immer gern, verriet Oberbürgermeister und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender Peter Gaffert (parteilos) bei der Besichtigung. "Die Stadtwerke gehören zu den erfolgreichsten Unternehmen in Wernigerode. Hier gibt es immer Gutes zu berichten." Dank der zwei Kraftwerke würden tausende Wohnungen mit Wärme versorgt. Darüber hinaus werde der produzierte Strom in das Netz der Stadtwerke eingespeist. Die Erzeugung von Fernwärme sei vor allem eine umweltschonende Form der Energiegewinnung. "Und das freut uns als Stadt", so der Rathauschef.

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