Mehr als 200 Blankenburger haben bei zwei Wahlforen die Chance genutzt, den vier Bürgermeisterkandidaten Fragen zur Person und ihren Zielen zu stellen. Wohltuend war das faire Miteinander der Bewerber und der Gäste.

Blankenburg l Dass den Blankenburgern die Zukunft ihrer Stadt am Herzen liegt, haben sie zu Wochenbeginn eindrucksvoll bewiesen. Gleich zwei angebotene Wahlforen, in denen sich die vier Bürgermeisterkandidaten den Fragen der Einwohner stellten, waren bestens besucht. Sowohl am Montag im Gemeindehaus der katholischen Kirche in der Helsunger Straße, als auch am Dienstagabend im Festsaal des Rathauses stellten sich die Bewerber mit ihren Lebensläufen, politischen Zielen und Ideen zur Stadtentwicklung vor. Trotz einiger brennender Fragen aus dem Publikum wie zum steter wachsenden Müllberg unterhalb des Platenbergs, zur Zukunft des Bahnhofs und des "Bahnhofshotels", zur Innenstadt- und zur wirtschaftlichen Entwicklung blieben die Antworten sachlich, ohne jede Polemik oder persönliche Angriffe.

Die Antworten der Kandidaten Heiko Breithaupt (CDU), Philipp Eysel (SPD), Maik Hoffmann (Einzelbewerber) und Frank Wermuth (Die Linke) machten deutlich, dass sie vor allem ein großes Thema eint: Blankenburg wirtschaftlich voranzubringen. Bis auf Maik Hoffmann, der es sichtlich schwer hatte, neben den rhetorisch geschulteren und erfahreneren Mitbewerbern zu bestehen, sehen die Kandidaten der drei großen Parteien in der Landesgartenschau eine große Chance, einige dringende Probleme anzupacken. Ihr Hauptaugenmerk wollen alle Bewerber außerdem darauf legen, den Haushalt auszugleichen. Nur damit könne der Stadtverwaltung finanziell mehr Spielraum verschafft werden, um weitere freiwillige Aufgaben zu übernehmen.

Deutliche Unterschiede gibt es allerdings, wie die Bürgermeisterkandidaten ihre Stadt für junge Menschen und Familien attraktiver machen wolle. Heiko Breithaupt findet es wichtig, erst einmal zu fragen, was Jugendliche überhaupt wünschen, um dann mit ihnen gemeinsam an die Umsetzung von Ideen zu gehen. Aus seiner Sicht bietet Blankenburg schon heute vielfältige Angebote. Diese müssten aber besser koordiniert und abgestimmt werden. Er möchte außerdem dem Leerstand in der Innenstadt durch Umwandlung in attraktiven Wohnraum begegnen. Maik Hoffmann möchte das Forsthaus wiederbeleben und es als "Haus der Begegnung" für die Jugend herrichten. Zudem wolle er mit den Hauseigentümern ins Gespräch kommen, um mehr Geschäfte in der Innenstadt anzusiedeln. Philipp Eysels Vision ist ein vor allem aus Spenden finanzierter Abenteuerspielplatz vor dem Biobad, Spielgeräte für Kinder in einer verkehrsberuhigten Langen Straße und auf dem Tummelplatz sowie ein Vereinshaus in der "Alten Post". Er wolle Blankenburg familienfreundlicher machen und neue Einwohner in die Stadt locken. Frank Wermuth verweist auf die touristischen Highlights der Stadt wie Regenstein, Michaelstein, Schloss, Barocke Parks und Gärten. Aus seiner Sicht sei es möglich, in den leeren Geschäften der Innenstadt Kunst und Kultur anzusiedeln.

weitere Antworten gibt ausführlich die Volksstimme-Serie "Mit den Bürgermeister-Kandidaten im Dialog"

   

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