Jugend denkt Zukunft - Jugend denkt Blankenburg

"Schau nicht nur zu, sei mit dabei, unsere Stadt auch für junge Leute attraktiver zu gestalten!" Mit dieser Aufforderung richtet sich eine Initiative an alle Jungen und jung Gebliebenen in Blankenburg samt den Ortsteilen. In einer Runde im "B-Treff" in der Tränkestraße wollen Vertreter der "Initiative für Blankenburg", des Jugendhauses Roh 11, des Jugendzentrums Georgenhof, des Gemeinnützigen Vereins für Sozialeinrichtungen (GVS) und der Stadtverwaltung mit Jugendlichen ins Gespräch kommen. Unter anderem wollen sie wissen, welche Angebote in der Stadt fehlen und welche Fragen die Heranwachsenden bewegen.Die Jugend-Runde findet am Dienstag, 17. März, um 16 Uhr im "B-Treff" statt. "Wir freuen uns über kreative Köpfe, mit großen oder auch kleinen Ideen, um diese gemeinsam zu entwickeln", sagt Mitinitiator Stephan Nickell, der auf eine große Resonanz hofft und die Jugendlichen auffordert: "Denkt voraus, mischt euch ein und gestaltet euren Heimatort mit. Gebt Anregungen und Impulse für Neues oder zu Verbesserndes."

Nicht nur Fragen haben drei der vier Bürgermeisterkandidaten bei einem Wahlforum im Gymnasium "Am Thie" beantwortet. Die Jugendlichen konfrontierten die Bewerber auch mit einigen Wünschen und eigenen Ideen für eine jugendfreundlichere Stadt.

Blankenburg l Stehen in Blankenburg Wahlen an, sind die Schüler des Gymnasiums "Am Thie" (GAT) aktiv dabei. Einige opfern ihre Freizeit als Wahlhelfer, andere organisieren die sogenannte "Juniorwahl" - ein bundesweites Projekt zur Politischen Bildung. Tradition haben am GAT auch die Wahlforen. Ob Bundes-, Landtags- oder wie diesmal die Bürgermeisterwahl: Die Jugendlichen nutzen gern die Möglichkeit, die jeweiligen Kandidaten kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Am Mittwoch saßen ihnen mit Heiko Breithaupt (CDU), Philipp Eysel (SPD) und Frank Wermuth (Die Linke) drei Bewerber um das Bürgermeisteramt der Stadt Blankenburg gegenüber. Einzelbewerber Maik Hoffmann konnte aus beruflichen Gründen nicht an der Runde teilnehmen, die von der Aktionsgruppe "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" am GAT organisiert worden war.

Das Überraschende dabei: Manche Fragen der Jugendlichen glichen denen der beiden Wahlforen an den Vorabenden im Rathaus und dem katholischen Gemeindehaus. So nach dem Sanieren von Straßen, wie zum Beispiel der Alten Halberstädter Straße, und nach Möglichkeiten, die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Die Jugendlichen - viele von ihnen können am Sonntag, 22. März, erstmals ihre Stimme abgeben - brachten aber auch ihre Sorgen in punkto Ärzteversorgung, zum Sinn einer Landesgartenschau und zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt zum Ausdruck.

Die Ankündigung der Bürgermeister-Kandidaten, enger mit Jugendlichen ins Gespräch kommen zu wollen, konterte Moderator Gregor Opfermann damit, dass ja ein Jugendparlament schon einmal nicht funktioniert habe. Sein Vorschlag, die Politik direkt in die Schule zu holen, fand bei allen Zuspruch. Sozialkundelehrer Karl-Heinz Meyer äußerte daraufhin den Wunsch, dass sich alle drei auch nach der Wahl so einmütig für Blankenburg einsetzen.

Die Gymna- siasten ließen sich nicht lange bitten, zu sagen, was ihnen in Blankenburg fehlt: Eine Schülerin vermisste konkrete Aussagen zu den Ortsteilen, eine weitere wünscht sich einen schöneren Anblick der Ortsdurchfahrt in der Oesig. Zustimmendes Nicken ernteten die Forderungen nach schnellem Internet in der Innenstadt, nach Jugendtreffs, die sowohl abends als auch an den Wochenenden geöffnet sind, sowie nach einer freien Sportanlage mit Basketballkörben abseits des Regensteins: "Das wär echt chillig."