25 Jahre Harzklub sind in Hasselfelde Anlass zur Würdigung guter Leistungen und Kritik. An den Stadtrat Oberharz wird appelliert, die Entscheidungsgewalt über Waldverkäufe beim Ortschaftsrat zu belassen

Hasselfelde (lme/bfa) l Der Stadtwald sei für das Leben im Ortsteil wichtig und sollte deshalb auch nur vom Ortschaftsrat verkauft werden können.

Darauf haben am Wochenende Hasselfelder in der Jahreshauptversammlung des Harzklub-Zweigvereins verwiesen. Sie nehmen Bezug auf die laufende Debatte im Stadtrat zur Neufassung der Hauptatzung. Dabei geht es auch um das Entscheidungsrecht über Waldverkäufe. Das soll laut Gesetz an den Stadtrat delegiert werden.

Dagegen regt sich Widerstand (Volksstimme berichtete). Für die Stadt Hasselfelde gehe des dabei um einen Wald, so wurde betont, in dem sich u. a. ein Naturlehrpfad und das Domizil des Skivereins befindet. "Wir müssen hier auch an die Zukunft unserer Kinder denken", sagte Bernd Ehrlich.

In einer Abstimmung plädierte Hasselfeldes Harzklub dafür, den Verkauf kommunalen Waldes in der Stadt Oberharz in den Händen der Ortschaftsräte zu belassen. Ob das so kommt, wird die Stadtratstagung am Dienstag zeigen.

Die Versammlung würdigte mit einem Rückblick das 25-jährige Bestehen des (neuen) Hasselfelder Harzklubs. Ursprünglich als einer der ersten Vereine schon 1886 gegründet, gehörte der Zweigvereins auch 1990 mit zu den ersten Wiedergründungen. Er ist heute aus dem Leben der Stadt Hasselfelde und des Oberharzes nicht mehr wegzudenken.

So wurden letztes Jahr u. a. 20 Wochenendwanderungen mit rund 200 Teilnehmern und 24 Seniorenwanderungen mit insgesamt 379 Teilnehmern organisiert. In der Rückschau wurde auf die früher sehr aktive Folkloregruppe verwiesen sowie auf Leistungen wie die Ausschilderung des Wegenetzes und den Aufbau der inhaltsreichen Heimatstube.

Der Harzklub Hasselfelde trage wesentlich zur großen Zahl der Übernachtungen und Tagesgäste in der Stadt Oberharz bei, lobte Bürgermeister Frank Damsch (SPD) als Gast der Jahreshauptversammlung.

Damsch sagte zu, an Vorstandssitzungen des Vereins teilzunehmen, um auf kurzem Wege die Zusammenarbeit zu verbessern. Die Harzfreunde kritisierten, dass immer mehr Bürokratie die ehrenamtliche Arbeit erschwere, und dass von der Kurtaxe zu wenig beim Harzklub ankomme. Obwohl der doch wesentlich für das Funktionieren des Tourismus sorge. So müsste die Beschilderungen der Wege oft nicht nur vorgenommen, sondern auch vom Verein aus den Mitgliedsbeiträgen bezahlt werden.

"Wir sind mittlerweile 25 Jahre älter und können nicht mehr alles so wie zu Zeiten der Neugründung 1990 umsetzen", sagte Vereinschef Kurth. Unterstützung sei nötig. Nicht zuletzt, um zum Beispiel dem Vandalismus an den Wanderwegen entgegenzutreten. Oft würden Hinweisschilder entfernt, gestohlen oder zerstört.