Eine kleine Gasse auf dem Großen Schloss hat sich für einen Tag in das mittelalterliche Magdeburg verwandelt. Für die Fernseh-Reihe "Geschichte Mitteldeutschlands" ein idealer Drehort.

Blankenburg l Wird Frank Kutter nach Schloss Blankenburg als Drehort gefragt, gerät er ins Schwärmen: "Es ist der ideale Ort", sagt der verantwortliche Redakteur der inzwischen 17. Staffel der Fernseh-Dokumentar-Spielreihe "Geschichte Mitteldeutschlands". Besonders angetan hat es ihm die kleine Gasse hinter dem Thea terflügel: "Dort ist kein Notausgangsschild, keine Stromleitung, aber dafür schönes Fachwerk." Auch wenn dies nicht aus dem 13. Jahrhundert stammt, sondern viel jünger ist, sorgen seine Kollegen dafür, dass in dieser Kulisse eine Färbergasse entsteht und ein mittelalterliches Markttreiben, wie es zu Zeiten der Mechthild von Magdeburg (1207-1282) ausgesehen haben dürfte. Und Kutter achtet dabei auf jedes noch so kleine Detail.

"Wir wollen nicht nur das Leben der Mechthild erzählen, sondern vom Leben in einer mittelalterliche Stadt", erläutert Kutter, der damit Wissen vermitteln, aber auch den Mythen des Mittelalters auf den Grund gehen möchte. Im Mittelpunkt steht Mechthild von Magdeburg - dargestellt von der Hallenser Schauspielerin Natascha Paulick. Sie spielt eine Frau, die sich entschieden hat, ihre adlige Familie zu verlassen und ein Leben zu führen, das sie nicht nur Gott, sondern auch ihren Mitmenschen widmet. Als "Begine" schließt sie sich einer Gemeinschaft von Frauen an, die sich selbst organisieren. Gedreht wurde Ende vergangener Woche auf dem Großen Schloss in Blankenburg und im Kloster Michaelstein. Die neuen Folgen werden ab 2. August immer sonntags um 20.15 Uhr im MDR Fernsehen ausgestrahlt.

Weitere Folgen der neuen Staffel widmen sich dem in Zwickau geborenen Hollywood-Star Gert Fröbe, dem Maler Lucas Cranach, dem Jüngeren sowie zwei mächtigen Politiker-Gattinnen: Lotte Ulbricht und Emmy Göring.