Der Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode ist Geschichte. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind seither mit der Auswertung des Landesfestes beschäftigt. Ein dreiviertel Jahr später liegt die Abrechnung vor.

Wernigerode l Insgesamt 790 000 Euro hat der Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode gekostet. Gut ein dreiviertel Jahr nach dem Landesfest liegt die Abrechnung der Stadtverwaltung vor.

Den Ausgaben stehen Einnahmen in Höhe von 570 000 Euro gegenüber, informiert Sozialdezernent Andreas Heinrich auf Volksstimme-Nachfrage. Das ergibt eine Differenz von 220 000 Euro. Abzüglich der inneren Verrechnung (Leistungen von Bauhof, Feuerwehr, Gartenamt) bleiben 85 000 Euro, die 2014 aus dem Stadtsäckel bezahlt wurden.

"Zusammen mit dem Anteil von 2013 liegen wir knapp über 100 000 Euro", sagt Heinrich. Von dieser Summe sei man während der Planungsphase ausgegangen, sie habe sich durch alle Beschlüsse gezogen.

Wegen der heißen Temperaturen während der Festtage seien zusätzliche Ausgaben notwendig gewesen, so Heinrich. Er sei ein wenig besorgt gewesen, finanziell über das Ziel hinauszuschießen. "Deshalb bin ich fast überrascht, dass es am Ende doch passt", sagt der Sozialdezernent.

Die Einnahmen setzen sich zum größten Teil aus Fördergeldern (Staatskanzlei 32 700 Euro netto, Lotto Toto 50 400 Euro) und Sponsoring (234 000 Euro) zusammen. Dazu kommen Posten wie Standgebühren (116 000 Euro) und die Erlöse aus dem Plakettenverkauf (47 000 Euro).

Auf der Ausgabenseite schlugen vor allem das Sicherheitskonzept und seine Umsetzung sowie die Kosten für Technik, Toiletten, Absperrungen, für Öffentlichkeitsarbeit und In-frastruktur zu Buche.

Für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sei die Organisation des Landesfestes eine große Herausforderung gewesen. "Acht Leute haben während der Vorbereitungsphase überwiegend für den Sachsen-Anhalt-Tag gearbeitet", so Heinrich. Weitere acht Kollegen seien mit Anteilen ihrer Arbeitszeit mit der Organisation des Festes beschäftigt gewesen. Dadurch seien allerdings keine zusätzlichen Kosten entstanden. "Wir haben ihnen ihr Gehalt schließlich nicht doppelt ausgezahlt." Zwei Mitarbeiter seien befristet für das Landesfest eingestellt worden. "Dazu kommen ungefähr 550 Verwaltungsmitarbeiter, die während der Festtage in Schichten im Einsatz waren", so Heinrich.

Und wieso sind die Leistungen von Feuerwehr, Gartenamt und Bauhof (136 000 Euro) nicht von vornherein in die Planungen einbezogen worden? "Für diese Leistungen haben wir interne Rechnungen geschrieben", erklärt Andreas Heinrich. Finanziell gesehen seien sie für die Stadt ein Nullsummen-Spiel gewesen. "Es war von Anfang an abgesprochen, dass wir die innere Verrechnung nicht extra aufführen." Zum Zeitpunkt der Planungen hätten dafür Erfahrungen und Anhaltspunkte gefehlt. Die innere Verrechnung sei später in den doppischen Haushalt eingeordnet worden.

Der Sozialdezernent blickt gern auf das dreitägige Spektakel zurück. "Am Ende steht ein großes Dankeschön an alle, die sich beteiligt haben, an die Sponsoren an die vielen Wernigeröder, die durch kleinere Beiträge für eine schöne Zeit gesorgt haben."