Der Harzer Verein "Notruf Ukraine - Polizisten helfen" bringt Mobiliar und medizinisches Gerät in das osteuropäische Land. Gespendet wurde es vom Wernigeröder Harzklinikum.

Wernigerode l In dem Lagerraum stehen Bettgestelle auf Rollen an der Wand. Schränke und Metalltische warten auf den Abtransport. Acht Männer eilen hin und her, ziehen, schieben, tragen. Mit einem leuchtend gelben Zwölftonner sind sie auf den Hof des Wernigeröder Harzklinikums vorgefahren und packen die Gegenstände in den Lkw. Ulrich Scholle kneift die Augen zusammen.

"Das passt schon", sagt der Vorsitzende des Vereins "Notruf Ukraine - Polizisten helfen". Die Gegenstände, die er und seine Mitstreiter verladen, werden am Sonnabend mit einem Großtransport in die Ukraine gebracht. Zwei Krankenhäuser - eins in der Ostukraine, eins in Lwiw (Lemberg) im Westen des Landes - sollen davon profitieren.

Dass das Wernigeröder Krankenhaus sich an der Hilfsaktion beteiligt, geht auf die Initiative von Holger Oppermann zurück. Der Wernigeröder Regionalbereichsbeamte, der zugleich stellvertretender Vereinsvorsitzender ist, legte auf einer seiner Streifen einen Stopp am Klinikum ein und fragte nach, ob die Einrichtung gebrauchte Gegenstände abzugeben habe. Mit seinem Anliegen rannte er dort offene Türen ein. 22 Betten für Erwachsene und Kinder stellte das Harzklinikum zur Verfügung, außerdem Untersuchungsliegen sowie Edelstahlspülen und -tische. "Alle diese Hilfsgüter befinden sich in einem guten Zustand", sagt Klinikumssprecher Tom Koch. Sie stammen aus der Reserve des Klinikums oder aus Umbauvorhaben in den Stationen. Weil das Krankenhaus regelmäßig die Betten erneuern muss, war eine Spende möglich. Auch die Kinderbetten seien in einem einwandfreien Zustand, wiesen aber nach EU-Vorgaben zu große Abstände bei den Gitterstäben auf. Die Vereinsmitglieder sind froh über die Unterstützung - und dabei ganz sicher, dass die Spenden am richtigen Ort landen. Denn der Verein bekommt von den Einrichtungen, die er versorgt, regelmäßig Rückmeldung. "Wir wissen, dass diese Gegenstände dort zum Einsatz kommen, wo sie dringend benötigt werden", sagt Ulrich Scholle.

Der größere Teil der Ausstattungsstücke wird am Sonnabend mit einem Hilfskonvoi gen Osten geschickt, den Vereinskollegen aus Stuttgart organisiert haben und der auf seinem Weg einen Zwischenstopp in Halberstadt einlegen wird. "Vor drei Monaten sind über diese Schiene zwölf Tonnen Verbandsmaterial für Verletzte ins Konfliktgebiet transportiert worden", informiert Scholle. Der Verein sei aber erklärtermaßen unpolitisch und kommentiere die aktuellen Auseinandersetzungen nicht. "Es geht uns um die Menschen", so Scholle.

Die Harzer planen für Mai einen eigenen Hilfskonvoi, der 40 Tonnen Hilfsgüter nach Sambir in das dortige Krankenhaus bringen soll. Dort wird auch das Ultraschallgerät aus Wernigerode einen Platz finden.