Große Freude am Sonntag in der Börnecker Straße. Maik Hoffmann, Einzelbewerber um das Bürgermeisteramt, sitzt im Kreise seiner Familie bei Grillwürstchen und Steak. Obwohl er nur Vierter geworden ist, sind alle mächtig stolz auf ihn.

Blankenburg l Wer hätte das gedacht: Maik Hoffmann, Leiharbeiter, Einzelbewerber ohne Partei im Rücken, hat den Etablierten am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl in Blankenburg neun Prozent der Stimmen abgeluchst. "Es ist toll, dass er soviele Menschen überzeugen konnte", waren besonders sein Sohn Christian und dessen Lebenspartnerin Sophie Franz stolz auf den Familienvater. Sie waren extra aus ihrer Wahlheimat Kassel angereist. Bei Grillwürstchen auf der Terrasse wurde der Ergebnisdienst von Stadt-Pressesprecherin Jana Boehme im Internet verfolgt.

Hoffmann selbst bedankte sich bei seiner Familie. "Sie haben mir die ganze Zeit den Rücken gestärkt, haben auch einen Flyer entwickelt und bis in die letzte Ecke der Stadt verteilt", so Maik Hoffmann, der seinen Wahlkampf mit bescheidensten Mitteln bestritten hat. Ganz im Gegenteil zu den Mitbewerbern. "Was das gekostet hat. Für das Geld hätte man sicher schon den Abenteuerspielplatz bauen können, den Philipp Eysel angeregt hat", erklärte Maik Hoffmann, der sich aber bei allen Kandidaten für den fairen Umgang bedankte.

Das faire Miteinander war auch Thema bei Frank Wermuth, der am Wahlabend seine Familie, Freunde und Mitstreiter ins Sportforum eingeladen hatte. Er dankte besonders Eberhard Schröder, der seinen Wahlkampf geleitet hatte. "Ich habe mit ihm in den letzten Wochen mehr Zeit verbracht, als mit meiner Frau", scherzte er. "Es war ein ganz besonderes Erlebnis. Mit viel Stress, aber auch schönen Stunden", so Wermuth, der sich eine Stichwahl gewünscht hätte.

Ganz im Gegenteil zu den Christdemokraten, die sichtlich erleichtert waren über das deutliche Ergebnis von Heiko Breithaupt. "Wir sind sehr glücklich. Seit Dezember haben wir alle Veranstaltungen geplant, jeden Sonntag zusammengesessen und in der Woche bei den jeweiligen Terminen", schilderte Klaus Dumeier die anstrengende Zeit, die auch gesundheitlich ihren Tribut gefordert hatte.

Breithaupt selbst nahm unzählige Glückwünsche im Alten E-Werk entgegen. Er habe während der zurückliegenden Wochen gemerkt, dass eine fundierte Sacharbeit, persönliche Gespräche mit den Bürgern und den Vereinen die Menschen ansprechen. "Und das macht auch unsere Politik aus", sagte er. CDU-Ortsvorsitzende Birgit Kayser richtete ein großes Lob an den scheidenden Bürgermeister Hanns-Michael Noll: "Die Bürger hätten Heiko Breithaupt nicht gewählt, wenn er nicht so eine gute Arbeit geleistet hätte."

Persönlich enttäuscht zeigte sich Philipp Eysel. Der SPD-Mann hatte nach der positiven Resonanz im Wahlkampf ein besseres Ergebnis erwartet. "Besonders enttäuschend finde ich neben meinem eigenen Ergebnis die niedrige Wahlbeteiligung von 36,6 Prozent", schrieb er auf seiner Homepage. "Schade, dass unsere Bürger nicht mehr Interesse an der Zukunft ihrer Stadt gezeigt haben." Der Wahlkampf habe trotzdem positive Eindrücke hinterlassen. "Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt und umfangreiche Erfahrungen gesammelt, die ich für die Zukunft mitnehmen kann", erklärte Eysel. Heiko Breithaupt wünschte er "ein glückliches Händchen bei der Amtsführung, damit unsere Stadt vorankommt. Das ist es, worauf es am Ende ankommt."

Breithaupt wird übrigens in der Juni-Sitzung des Stadtrats vereidigt und sein Amt am 7. Juli offiziell antreten.

   

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