Schüler und Sportler müssen sich gedulden: Die Fertigstellung der Zindelturnhalle in Wernigerode verzögert sich. Ursprünglich war geplant, die Arbeiten Ende März zu beenden. Derzeit werden die Wände im Inneren verputzt und die Haustechnik verlegt.

Wernigerode l Die Weitsprunggrube ist gefüllt, der Startpunkt für den Hundert-Meter-Lauf ist bereits erkennbar. Unter den Zindeln hat sich in den vergangenen Monaten viel getan. Die neue Turnhalle ist im Rohbau fertigstellt. Bis in der Sportstätte allerdings tatsächlich geturnt werden kann, wird noch einige Zeit vergehen.

"Wir sind zwei Monate in Verzug", informiert Carsten Schneider vom technischen Gebäudemanagement der Kreisverwaltung. "Eigentlich wollten wir Ende März fertig sein." Grund seien Verzögerungen bei der Vergabe von Aufträgen. "Formalitäten, nicht etwa bauliche Verzögerungen", so Schneider. Die Arbeiten selbst seien dank des milden Winters sogar zügiger als erwartet vorangegangen.

Im Foyer sowie in den Umkleide- und Duschräumen werden derzeit die Wände und Decken verputzt. "Sind diese Arbeiten erledigt, beginnen wir mit dem Verlegen der Fliesen", sagt Bauleiter Sven Bieler. Zudem werde die Haustechnik installiert.

Die Halle wirkt in ihrer Gesamtheit sehr kompakt, viele Betonfertigteile wurden verarbeitet. "Unser Ziel ist eine energetische Bauweise", erläutert Architekt Hartmut Saar. Die Funktionalität bestimme hierbei die Architektur. "Die Fassaden werden mit einer 18 Zentimeter dicken Dämmschicht verkleidet, die Fenster sind dreifach verglast, sodass nur wenig Wärme entweichen kann." Die Technikzentrale mit Lüftung und Fernwärmestation wird im Obergeschoss eingerichtet, so Saar.

Mit einer Fläche von 45 mal 22 Metern kann die Halle später bei Bedarf mit einem Vorhang in zwei Kleinfelder geteilt werden. Auch die Tribüne, auf der künftig bis zu 350 Zuschauer Platz finden, ist bereits gebaut. Nur die Sitzbänke fehlen noch. Ebenso wie die Farbe an den Wänden, die ihren warmen Grauanstrich in den kommenden Wochen erhalten sollen.

Erst wenn alle Arbeiten im Inneren abgeschlossen sind, wird mit dem Hallenboden begonnen. Der Schwingboden mit integrierter Fußbodenheizung ist das Herzstück der Anlage. Sportler und Besucher erwartet noch mehr: behindertengerechte Zugänge, Lautsprecher, Anzeigetafel, Gäste-WC sowie eine Sonnenjalousie an der Westseite.

Die Kosten für das Gemeinschaftsprojekt von Harzkreis und Stadt Wernigerode werden mit 4,37 Millionen veranschlagt. Das sind 900 000 Euro mehr, als beim Baubeginn vorgesehen (wir berichteten). "Nach jetzigem Stand bleibt die Fördersumme des Landes von 1,9 Millionen Euro gleich", informiert Carsten Schneider. Die Mehrausgaben seien im Kreishaushalt eingeplant. "Zudem laufen Gespräche mit der Stadt über eine anteilige Übernahme der Mehrkosten. Der Anteil der Stadt beträgt derzeit noch 791 000 Euro. Die Turnhalle soll zukünftig für den Schulsport, aber auch für Veranstaltungen und Vereinssport genutzt werden.

   

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