Zahlreiche Vereine und Institutionen haben sich mit ihren Helfern am Wochenende am Frühjahrsputz beteiligt. Dabei haben die Freiwilligen in Wald und Flur sowie in der Stadt unter anderem Müll beseitigt, Grünflächen gepflegt und einen Spielplatz auf Vordermann gebracht.

Wernigerode l Wolfgang Grave zieht die Zweige eines Busches auseinander, kämpft mit den dornigen Ranken. Der stellvertretende Vorsitzende des Harzklub-Zweigvereins Wernigerode angelt nach einem blauen Kanister. "Das ist Altöl", sagt er. Es ist nicht der einzige Fund, den die rund 15 Helfer des Harzklubs am Freitagnachmittag an der Apfelchaussee, hinter dem Ortsausgang Richtung Benzingerode, entdecken. Wie viele andere Vereine und Institutionen beteiligen sich die Wanderfreunde am jährlichen Frühjahrsputz in Wernigerode.

Zu tun gibt es dort genug. Hans-Joachim Sondermann und Helmut Nüchterlein etwa ziehen große Packen Dachpappe aus dem Gebüsch. "Die Leute fahren extra her, um ihren Müll abzuladen", sagt Frieder Gleisberg und zeigt auf eine zertrümmerte Fensterscheibe im Gras. Dennoch halte sich das Müllaufkommen insgesamt in Grenzen, bilanziert Wernigerodes Harzklub-Chef Volker Friedrich nach der einstündigen Aufräumaktion.

An der Bonifatiuskirche wird am Sonnabendmorgen geschippt. Knapp vier Kubikmeter Sand hat er bestellt, erklärt Reimund Märkisch, ehrenamtlicher Mitarbeiter der katholischen Kirchengemeinde. Einmal im Jahr wird der Inhalt der Sandkästen auf dem Spielplatz erneuert. Rund 15 Helfer aus dem Familienkreis, darunter einige Kinder, bringen die Anlage und das Grün rund um die Kirche auf Vordermann.

Der Spielplatz an der Sägemühlengasse ist öffentlich zugänglich und beliebt bei Besuchern. "Mittlerweile ist er ein Geheimtipp", sagt die Gemeindereferentin Regina Schmoock. Häufig fänden sich dort Eltern und Kinder zum Picknick ein oder feierten Geburtstag, berichtet sie. Um den Treffen einen Rahmen zu geben, startet ab Montag, 13.April, ein neuer Krabbelkreis. Von 14.30bis 16Uhr sind Familien am Spielplatz willkommen, bei schlechtem Wetter können die Treffen ins Gemeindehaus verlegt werden.

Am westlichen Ausläufer des Minslebener Gutsparks rechen die Helfer Zweige zusammen. Ein Teil wird zu einer zwölf Meter langen Naturhecke aufgeschichtet. "Dann haben Igel und Vögel etwas davon", erklärt Thorsten Friedrich. Der Bauhofchef ist zugleich Jugendwart der Minslebener Feuerwehr und hat sieben junge Brandschützer mitgebracht. "Ich bin zufrieden, dass so viele gekommen sind und dass sich das Wetter gehalten hat", sagt Ortsbürgermeister Knut Festerling (SPD), der ebenfalls mit anpackt. Die rund 15Mann starke Truppe hilft mit Unterstützung von Gemeindearbeiter Martin Lisowski dabei, die Sturmschäden des vergangenen Winters zu beseitigen. Eine rund 50Jahre alte Pappel war quer über den Barenbach gestürzt. Den schweren Baumstumpf haben die Helfer zersägt, damit er anschließend in mehreren Fuhren abtransportiert werden kann.

Im Wildpark "Christianental" gehen die Aufräumarbeiten am späten Sonnabendvormittag in den Endspurt. Gartenamtsleiter Frank Schmidt, Jürgen Jörn und Andreas Othmer harken auf der Mammutbaumwiese nahe des Spielplatzes das Moos vom Rasen. "Damit die Kinder hier zu Ostern Eier suchen können", sagt der Drübecker Othmer, der selbst Großvater ist.

Insgesamt sieben Freiwillige haben sich zum Aufräumen im Wildpark eingefunden. "Alle sind sehr fleißig", lobt Frank Schmidt. Am Hauptweg säubern die Helfer das Umfeld der Amphibienzäune. Das sei wichtig, weil schon bald die Krötenwanderung beginnt, erklärt Schmidt. "Wenn es in den kommenden Tagen regnet, kann es jederzeit losgehen."

   

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