Wernigerode (ksö) l Sechs Kindertagesstätten und ein Hort in Wernigerode sind am heutigen Mittwoch wegen eines Warnstreiks der Mitarbeiter geschlossen. Die Zahl der betroffenen städtischen Einrichtungen habe sich damit nicht erhöht, teilt Verwaltungssprecher Andreas Meling auf Volksstimme-Nachfrage mit. Mehr als 700 Kinder, die diese Einrichtungen besuchen, können deshalb nicht betreut werden.

Zu dem eintägigen Warnstreik hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgerufen. Die Eltern werden durch Aushänge, die die Gewerkschafter am Mittwochmorgen an den Einrichtungen anbringen wollen, auf den Ausstand hingewiesen. Den Arbeitnehmervertretern gehe es um eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe, erklärt die zuständige Gewerkschaftssekretärin Annett Flachshaar. "Die Anforderungen an die Beschäftigten in Kindertagesstätten, in der Jugendhilfe, der Behindertenhilfe oder im allgemeinen Sozialdienst sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen." Die Eingruppierung habe sich hingegen seit 1991 nicht verändert.

Die Forderungen, die ein Gehaltsplus von rund zehn Prozent nach sich ziehen würden, gelten für Erzieher, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung, Kinderpfleger sowie Heilpädagogen. Der Arbeitskampf hat nichts mit der Einigung für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Bund zu tun.

Die streikenden Mitarbeiter treffen sich ab 7.30 Uhr im Sil-stedter Hotel "Blocksberg". Vorgesehen ist unter anderem ein Vortrag zum Thema Gesundheit im Beruf und Prävention. "Einerseits wird Bildung in den Kindertagesstätten groß geschrieben, andererseits ist es schwer, dafür im Alltag Zeit zu finden", so Annett Flachshaar.