Der "Täter" der Sachbeschädigung am Gesteinpfad in Ilsenburg hat sich bei der Volksstimme gemeldet. "Ich war`s", gab er zu. Und er will den Schaden reparieren, auf seine ganz spezielle Weise.

Ilsenburg l Kaum ist Klaus Oppermann aus seinem einwöchigen Türkei-Urlaub zurück, da glaubt er seinen Augen nicht zu trauen. Die Volksstimme berichtet in ihrer Dienstag-Ausgabe von einer Sachbeschädigung am Gesteinspfad im Ilsetal. Zunächst denkt der 80-Jährige an einen verfrühten Aprilscherz.

Klaus Oppermann bekennt sich freiwillig, der Verursacher der Schäden zu sein. Der gelernte Metallurge mit zweifachem Doktorgrad, der zu DDR-Zeiten einen Lehrstuhl an der Bergakademie Freiberg innehatte, hatte sich schon vor Monaten bereiterklärt, eine Neugestaltung des Pfades vorzunehmen. Im Zuge der Diskussion um das Ilsenburger Entwicklungskonzept hatte er mit Hans-Jürgen Brandt und Eberhard Schenk vorgeschlagen, den weitgehend unbeachteten Pfad im Eisenpark thematisch besser und lokaler zu gestalten. Die Idee wurde nach Oppermanns Worten diskutiert, teilweise auch zerredet, so dass der einstige Professor nach einer Harzklub-Versammlung alles hinwarf. Tags darauf habe ihn dann Bürgermeister Denis -Loeffke (CDU) zu einem Gespräch unter vier Augen gebeten, in dem sich Oppermann bereit erklärte, unter der Regie der Stadt mit seinen beiden Mitstreitern den Lehrpfad neu zu gestalten, allerdings am alten Ort im Ilsetal. Die drei Männer wollten dies ehrenamtlich erledigen, erbaten sich bei schwereren Arbeiten aber die Unterstützung des Bauhofs.

Einen Termin des Baubeginns legte man nicht fest. Der Harzklub war ohnehin nicht mehr mit von der Partie, so dass dessen Zweigvereinschef Karl Berke nichts von den Arbeiten wusste.

"Da es keinen Termin gab, die Absprachen aber alle getroffen waren, habe ich das schöne Wetter Ende März genutzt, und mit ersten Arbeiten begonnen. Wenn ich jeden Schritt anmelden muss, dann wird ja nie etwas fertig", begründete der rüstige Rentner seine Entschlusskraft. Und so zerlegte er mit einem Vorschlaghammer zwei der vorhandenen Steine, um sie auf eine passende Größe zu den neu gesammelten heimischen Gesteinsarten zu bringen, die er auf seinem Grundstück aufbewahrt. "Es wirkt alles ein wenig kurios, weil der eine nichts vom anderen wusste. Letztlich hat die Aktion den Pfad zum Stadtgespräch gemacht, denn bislang nahm ihn kaum einer wahr", so Oppermann abschließend.