Medizinische Versorgungszentren sind ein wichtiger Baustein bei der Betreuung von Patienten im Harz. Sie sind vor zehn Jahren gegründet worden.

Wernigerode l Es war ein Abenteuer, doch sie haben es bestanden. Statt weiter zu konkurrieren, beschlossen Martin Montowski und Dr. Peter Redemann im Jahr 2004 die Zusammenarbeit ihrer Häuser. Am Mittwoch feierten die Geschäftsführer von Diakonie-Krankenhaus Elbingerode und Harzklinikum den zehnten Geburtstag des Medizinischen Zentrums Harz gemeinsam mit vielen Gästen im Wernigeröder Hauptmann-Gymnasium.

Das Besondere dabei: Ein kirchlicher und ein kommunaler Träger schlossen sich zusammen. "Für ein gemeinsames Ziel", wie Redemann betonte. Unter dem Namen Medizinisches Zentrum Harz entstand quasi eine neue Form der früheren Polikliniken neu.

Die Situation in Elbingerode vor der Gründung beschrieb Montowski so: "Nach der Wende schlossen die vorhandenen Ambulanzen, unser Krankenhaus wurde stark überregional beansprucht." Mit der Kooperation sollte eine bessere medizinische Versorgung der Harzregion erreicht werden. Zudem sollte die Betreuung durch Hausärzte vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.

Die Harzer waren die ersten in Sachsen-Anhalt, die ein solches Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) gründeten. Die Chance zu dieser koordinierten Patientenbetreuung hatte sich durch das 2003 von der rot-grünen Bundesregierung verabschiedete Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenkassen ergeben.

Im Harzer MVZ arbeiten Haus- und Fachärzte unter gemeinsamer Leitung und nutzen dabei die gleichen Systeme für Planung, Dokumentation und Abrechnung. Inzwischen werden laut Montowski jedes Quartal 12 000 Patienten allein durch das MVZ oder das Ärztehaus Oberharz betreut. Das entspräche der Hälfte aller dortigen Behandlungen durch Hausärzte.

Die Menschen fühlten sich im MVZ gut aufgehoben, wie die ärztliche Leiterin Dr. Sabine Faber am Abend der Jubiläumsfeier sagte: "Die Patienten finden bei uns Ansprechpartner, auch wenn einer der Ärzte gerade Urlaub hat." Die Patienten begrüßen das, haben Befragungen ergeben. "Wir versuchen stets, gut zu informieren und schnell weiterzuhelfen", sagte Montowski.