Mit präzisen Sägeschnitten und viel Wissen zum Wald hat es Michael Dederer aus dem Betreuungsforstamt Harz beim Berufswettkampf der Landjugend bis auf die Bundesebene geschafft. Der Sangerhäuser setzte sich gegen viel Konkurrenz durch und tritt im Juni für das Land Sachsen-Anhalt an.

Elend/Wippra l Das Team des Betreuungsforstamtes Harz hat es erneut geschafft, einen ihrer Schützlinge in der Lehrausbildung in die höchste Ebene beim bundesweiten Berufswettkampf der Deutschen Landjugend zu bringen. Michael Dederer, angehender Forstwirt im dritten Lehrjahr, qualifizierte sich in den dafür nötigen zwei vorbereitenden Ausscheiden.

Damit ist das in Wippra beheimatete Harzer Betreuungsforstamt im Landeszentrum Wald von Sachsen-Anhalt nun zum vierten Mal in Folge beim Bundesausscheid vertreten.

Auftakt für den aktuellen Ausscheid waren regionale Wettkämpfe in den einzelnen Bundesländern in den Sparten Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Tierwirtschaft sowie Hauswirtschaft und Weinbau. Seit Februar wurden in Sachsen-Anhalt im Bereich Forstwirtschaft drei regionale Ausscheide organisiert. Im Bereich Harz traten die angehenden Forstfachleute aus den beiden Lehrausbildungen in Elend und Obersdorf des Betreuungsforstamtes Harz und die Auszubildenden der Lehrausbildung des Forstbetriebes Ostharz in Friedrichsbrunn gegeneinander an. Insgesamt 23 junge Leute hatten sich qualifiziert und gingen schließlich beim Landesfinale im Waldhof in Silberhütte an den Start.

Präzise Schnitte mit der Motorsäge gefragt

Dabei sind bundesweit vorgegebene theoretische und praktische Aufgaben zu bewältigen. Es gilt etwa, die Kette an einer Motorsäge zu wechseln, Präzisionsschnitte zu setzen, die sogenannten Fällkerbe an Baumstämmen anzubringen und schließlich mit der Säge einen perfekten Fällschnitt zu machen. Beim Landesaussscheid mussten zudem junge Bäume richtig gepflanzt werden.

Auch der theoretische Teil verlangte den angehenden Forstwirten viel ab. Neben Fragen zum Allgemeinwissen mussten Pflanzen bestimmt und Fragen nach Waldbau, Sicherung der Waldgesundheit und ähnliches mehr beantwortet werden. Krönung war die Erarbeitung und Realisierung einer Präsentation zu einem vorgegebenen Thema - etwa die fachliche Beurteilung eines Baumes vor dem Fällen oder die Erläuterung der persönlichen Schutzkleidung bei der Holzernte.

Bei der Lösung solcher Aufgaben konnten sich aus dem Betreuungsforstamt Harz schließlich David Nagel (Lehrausbildung Elend) sowie Michael Dederer und Robert Bruder (beide Lehrausbildung Obersdorf) für den Landesausscheid qualifizieren.

Dieser wurde vor wenigen Tagen in Iden in der Altmark unter den Besten angehenden Forstwirten Sachsen-Anhalts ausgetragen. Insgesamt gingen dort 14 Auszubildende an den Start. Sieger wurde Michael Aedtner vom Bundesforstbetrieb Nordöstliches Sachsen-Anhalt, gefolgt von Michael Dederer und Till Wachtmeister (Forstbetrieb Ostharz) auf Platz drei.

Die beiden Besten vertreten nun Sachsen-Anhalt

Die zwei besten Teilnehmer - Aedtner und für den Harz der aus Sangerhausen stammende Dederer - fahren nun zum Bundesentscheid der Deutschen Landjugend. Der findet in der ersten Juniwoche in Rendsburg in Schleswig-Holstein statt und umfasst zahlreiche knifflige Aufgaben.

Bisher haben bei diesem Wettstreit aller Wettstreite meist Forstlehrlinge aus den großen "Waldländern" Bayern und Nordrhein-Westfalen die Nase vorn gehabt. Womöglich auch, weil diese Länder bei der Ausbildung finanziell besser ausgestattet seien, wie es heißt. Die beste Platzierung eines Harzers war bislang ein 7. Platz unter Deutschlands besten Forstlehrlingen.

Die Wettkampfteilnehmer sind meist im dritten oder mindestens im zweiten Lehrjahr. Im ersten Lehrjahr fehlten noch die Kenntnisse und Fertigkeiten, um in diesem Berufswettbewerb überhaupt bestehen zu können, so Fachleute.

Unabhängig davon gehört der Beruf des Forstwirts zu den sehr begehrten Ausbildungsstellen. Für die neuen acht Lehrstellen ab Sommer 2015 in den Ausbildungsstätten in Elend und Obersdorf gab es um die 40 Bewerber. Vor einigen Jahren waren es sogar schon mal 200 Bewerber. Mittlerweile, so heißt es, seien die geburtenstarken Jahrgänge vorbei.

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