Halberstadt l "Geht klar." Oder: "Kann ich machen, kein Problem." Worte, die in Telefonaten mit Dieter Kunze die Regel sind. Der Halberstädter, der mittlerweile auf 65 Lebensjahre zurückblickt, ist in seiner persönlichen Passion - der redaktionellen Mitarbeit als freier Mitarbeiter der Volksstimme - engagiert und bienenfleißig. Ganz selten nur passiert es, dass "Dieter" oder - um mit dem Autorenkürzel zu sprechen - "dku" die Frage nach der Übernahme eines Termins verneint. Wohl auch deshalb ist aus der Partnerschaft zwischen "dku" und der Volksstimme in all den Jahren so etwas wie eine Beziehung auf Lebenszeit geworden. An diesem Wochenende kann gewissermaßen goldene Hochzeit gefeiert werden - vor exakt fünf Jahrzehnten erschien der erste Beitrag aus der Feder von "dku" in der Volksstimme.

Zu ersten journalistischen Ehren kam der damals 15-Jährige, der schon als Kind mit besonderer Vorliebe die Nase in die Zeitung steckte, eher zufällig über sein Hobby, die Funkerei. "Die Funker-Kumpels meinten, ich könnte doch mal was schreiben, um auch anderen unser Hobby vorzustellen." "Dku" konnte, freute sich, als er am 13. April 1965 in der Zeitung seinen Betrag las, und noch mehr über sechs Mark Honorar.

Dass er damit im wahrsten Sinne des Wortes Blut geleckt hatte, war keine Überraschung. Wann immer es sich anbot, griff Dieter Kunze zur Feder und schrieb Beiträge. Nicht nur in Halberstadt, sondern später auch beim Ökonomie- und Volkswirtschafts-Studium in Berlin. Für die Rezensionen im Filmspiegel habe es sogar 20 Mark gegeben - ein für damalige Verhältnisse recht opulentes Honorar. "Da konnte ich glatt vier Mal ins Kino gehen", erinnert sich "dku" heute.

Und auch hauptberuflich blieb er der Materie treu. Als langjähriger Pressebeauftragter des DDR-Kreisarztes im Bereich Halberstadt. Und nach der Wende von 1990 bis 1994 als Pressesprecher im Halberstädter Landratsamt. "Damals sind wir nach Wolfenbüttel und Peine gefahren und haben geschaut, wie die Kollegen dort arbeiten", erinnert er sich.

Parallel dazu schrieb "dku" immer wieder und immer öfter selbst und veröffentlichte Beiträge. "Ich habe mit der Wende gewissermaßen mein Hobby endgültig zum Beruf gemacht", sagt er rückblickend. Auch die Halberstädter Volksstimme, zu deren Redaktion der Kontakt nie abriss, rückte für den gelernten Industriekaufmann mit Abitur in diesen Jahren wieder stärker ins Blickfeld.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. In der Redaktion genießt Dieter Kunze einen guten Ruf und ist als Mitarbeiter geschätzt. Auch unter den Lesern sowie den Akteuren in zig Vereinen ist er nach all den Jahren bekannt wie ein bunter Hund und allseits geschätzt. Mit der Ankündigung, dass er nun doch etwas kürzer treten werde, "droht" uns "dku" nicht erst seit gestern. Wir hoffen jedoch, dass er am Ball bleibt und verbinden unsere Glückwünsche zur goldenen Hochzeit und zum Wechsel in die wohlverdiente Rentenzeit deshalb mit der leisen Hoffnung auf weitere gemeinsame Ehejahre und vielleicht auf eine diamantene Hochzeit in zehn Jahren.

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