Wernigerode (wb) l Wirklich idyllisch ist der Anblick nicht, der sich Wanderern am Steinbruch Kleiner Birkenkopf bietet. Das Betriebsgebäude im Wald südwestlich von Wernigerode ist marode, das Dach ist eingeschlagen. Auf dem Gelände steht schweres Gerät, ebenfalls teilweise kaputt. CDU-Stadtrat Matthias Winkelmann brachte den Zustand des Geländes kürzlich sogar im Bauausschuss zur Sprache. Nichts Neues allerdings für Siegfried Siegel (SPD): "Das ist schon seit 50 Jahren so."

Doch verlassen ist der Steinbruch nicht, wie Johann Braun aus dem oberfränkischen Tröstau sagt. Er ist Eigentümer der Harz-Granit Natursteinwerke GmbH und baut am Birkenkopf seit gut 20 Jahren Granit ab. Zuletzt wurden Steinblöcke für die Stützmauer an der Schierker Sandbrinkstraße verwendet. In der ganzen Region sei der Stein gefragt und werde immer wieder verwendet, sagt Braun. Dennoch: Der Steinbruch ist nur unregelmäßig in Betrieb, und das sei das Problem, so Braun, dem der Zustand des Geländes nach eigenen Aussagen bekannt ist. Braun gibt Vandalen die Schuld, die sich auf dem Areal austoben. "Wir versuchen, die Anlage zu schützen", sagt Braun, der sogar von Schießübungen spricht, die Unbekannte dort veranstalten.

Davon ist der Polizei nichts bekannt, sagt deren Sprecher Uwe Becker. Wohl aber von 400 Litern Treibstoff, die erst vor wenigen Tagen auf dem Geläden gestohlen worden seien. Das hatte Birkenkopf-Eigentümer Johann Braun gegenüber der Volksstimme ebenfalls erwähnt. Er wollte dabei nicht ausschließen, dass Leitungen an Bagger und Raupe zerstört wurden und Öl und Treibstoff ausgelaufen sei.

Das wiederum hatte ein Spaziergänge entdeckt und das Kreis-Umweltamt alarmiert. Die Mitarbeiter schaute sich gemeinsam mit Vertretern des Landesamtes für Geologie und Bergwesen das Gelände genauer an. Bagger und Bohrraupe entsprächen nicht dem Stand der Technik, so das Landesamt in seiner Antwort an den Spaziergänger. Das Unternehmen sei aufgefordert worden, Technik so zu sichern, dass es zu keiner weiteren Verunreinigung des Bodens kommen könne. Zudem müsse verunreinigter Boden fachgerecht entsorgt werden.