Wernigerode l Elke Dinger wäre am Mittwoch 72 Jahre alt geworden. Doch die Gründerin der Orchesterstiftung Wernigerode starb vor anderthalb Jahren. 2005 hatte die verwitwete und kinderlose Medizinerin anlässlich ihres 62. Geburtstags die Stiftung ins Leben gerufen und einen Teil ihres Vermögens in die Förderung des Philharmonischen Kammerorchesters gesteckt.

Am zehnten Jahrestag der Gründung gedachten Mitglieder der Stiftung, Orchesterchef Christian Juranek und Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) der Medizinerin. "Wir alle wissen, dass Gemeinwohl nicht ohne das Engagement der Bürger selbst funktionieren kann", sagte Stiftungsvorsitzende Johanna Reschke am Grab der Stifterin auf dem Theobaldifriedhof. "Es bedarf schon einer großen Liebe zur Musik und ebenso großer Achtung vor der Leistung der Musiker, wenn ein Mensch von seinem privaten Vermögen selbstlos eine erhebliche Summe abgibt."

Zweck der Stiftung ist laut Johanna Reschke die Förderung des musikalischen Kunst- und Kulturlebens in und um Wernigerode durch die Unterstützung des Kammerorchesters.

Unterstützung des musikalischen Nachwuchses

So fördert die Stiftung jährlich Sonderkonzerte, finanziert den Kauf von Musikinstrumenten und technischer Ausstattung und unterstützt den musikalischen Nachwuchs. "Die hohe Lebensqualität in unserem Raum, die sich auf viele Bereiche positiv auswirkt, wird auch durch die Existenz und die Arbeit des Philharmonischen Kammerorchesters mitgetragen", sagte die Vorsitzende. "Wir freuen uns über jeden, der sich mit dem Stiftungsgedanken verbunden fühlt und durch eine kleine Spende bis zur Vermögensübertragung Gutes bewirkt."

Elke Dinger ist dem Wernigeröder Ensemble übrigens auch über ihren Tod hinaus verbunden. Sie bestimmte die Stiftung zu ihrer Erbin. "Damit hat sie sich ein Denkmal gesetzt", so Reschke.