Wernigerode l Eigentlich müssten die Bewohner der Kleinen Ziegelstraße zufrieden sein. Die versteckte Gasse in der Nähe des Wernigeröder Bahnhofs wurde vor Kurzem verschönert: Schmutz- und Regenwasserkanäle wurden saniert, die Fahrbahn frisch gepflastert und als verkehrsberuhigte Zone ausgebaut. Sogar Rosenstöcke wurden gepflanzt (die Volksstimme berichtete). Dennoch gibt es Ärger rund um das idyllische Fleckchen.

"Bevor unsere Straße saniert wurde, konnten wir überall entlang der Fahrbahn parken", meldete sich ein Anwohner im jüngsten Ordnungsausschuss zu Wort. Inzwischen gebe es nur noch sieben Nischen für Besitzer eines Bewohnerpark-ausweises. Zu wenig - nun würden die Nachbarn um die Stellflächen konkurrieren. "Wer zuerst da ist, hat Glück. Die anderen müssen herumfahren und suchen. Jeden Tag kämpfe ich um einen Parkplatz", so der Mann. Das Problem sei, dass selbst Anwohner, die eine Zufahrt neben ihrem Haus hätten, auf der Straße parken würden, obwohl sie auf ihrem Grundstück parken könnten. Er selbst habe keine Zufahrt und sei auf einen Parkplatz in der Nähe angewiesen, da er seine kranken Eltern versorge. "Bei Notfällen muss es schnell gehen. Da kann ich nicht erst durch die Gegend laufen." Er regte die Verwaltung an zu prüfen, ob nicht nur die Anwohner einen Parkausweis bekommen könnten, die keine Grundstückszufahrt hätten.

Voraussetzung für einen Bewohnerparkausweis sei der Pkw, stellte Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich klar. "Wer ein Auto hat, bekommt eine Karte - egal ob er eine Grundstückszufahrt hat oder nicht." Zudem gebe es weitere Parkmöglichkeiten für die Anwohner der Kleinen Ziegelstraße, zwar nicht direkt vor der Tür, aber in den umliegenden Straßen, so der Ordnungsamtschef.

Es wäre sinnvoll, zuerst einmal das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen, warf Ausschusschef André Weber (CDU) ein. "Sie könnten doch die Leute ansprechen, die eine Zufahrt haben, und sie bitten, ihr Auto auf ihrem Grundstück abzustellen." Sicher seien sieben Parkplätze zu wenig. "Aber mehr Platz ist nicht. Wir können nicht zehn weitere ausweisen", sagte Weber. Es habe schon Gespräche gegeben, entgegnete der Anwohner. Bislang ohne Erfolg. "Wir wollen ja nicht streiten. Aber es muss eine Regelung gefunden werden."

Das Ordnungsamt wird nun weitere Lösungsvarianten prüfen.