Die Sanierung von Haus Gadenstedt geht in die zweite Runde. Seit zwei Wochen wird im Ostflügel des historischen Gebäudes am Oberpfarrkirchhof gearbeitet. Probleme bereiten vor allem marode Balken an den Fassaden.

Wernigerode l 1582 ist Haus Gadenstadt am Oberpfarrkirchhof erbaut worden. Kein Wunder, dass der Zahn der Zeit Spuren hinterlassen hat. "Wir haben schwerste Schäden", sagt Siegfried Siegel über das Gebälk, das das historische Gebäude trägt. Die Sanierung eines der ältesten Häuser Wernigerodes wird seit zwei Wochen fortgesetzt, berichtet der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates von St.Sylvestri und Liebfrauen.

2014 war mit der Instandsetzung des Südflügels der erste Schritt zur seit Langem nötigen Sanierung getan worden. Im zweiten Bauabschnitt liegt das Augenmerk nun auf dem Ostflügel mit dem Gemeinderaum. "Dieser wird rundum erneuert: Fachwerk, Fenster, Böden, Heizung, Elektrik, Wärmedämmung, Brandschutz, Malerarbeiten", zählt Siegel auf. Die Bauarbeiter haben bereits einen nicht mehr benötigten Schornstein abgerissen, ebenso die Dachgaube in der Wohnung im Obergeschoss. Zugleich werden Fußböden und Holzbalken freigelegt und die Fachwerkfassade abgetragen - dort sind die Schäden am größten, wie Gutachter festgestellt haben.

Eindringendes Wasser, Insektenbefall und unsachgemäße Behandlung, etwa durch Farbanstriche, haben dem Holz zugesetzt. Dieses wurde im Lauf der Jahrhunderte zwar erneuert, ist heute jedoch überwiegend morsch. "Das Balkenwerk ist mehr als 100 Jahre alt", so Siegel. Was erhalten werden kann, soll bleiben - auch im Inneren, wo die Substanz besser erhalten ist. Ein wichtiger Teil der Fassade ist ebenfalls intakt geblieben. "Das wertvolle Schnitzwerk am Renaissance-Erker ist in Ordnung. Darüber sind wir sehr froh."

Kopfzerbrechen bereitet den Verantwortlichen jedoch der Brandschutz, insbesondere der vorgeschriebene zweite Rettungsweg. "Das ist bei so einem Bauwerk schwer umsetzbar", erklärt Siegfried Siegel.

Rund 470000 Euro werden für den zweiten Bauabschnitt veranschlagt. 110000Euro davon bezahlt die Kirchengemeinde selbst. "Das ist für uns ein enormer Kraftakt", so Siegel. Hilfe haben die Bauherren dafür von zahlreichen Spendern erhalten. "Wir freuen uns weiterhin über Unterstützung aus der Gemeinde und der Bürgerschaft", sagt Siegel. 360000Euro bringen die Wernigeröder Stadtverwaltung, der Kirchenkreis Halberstadt, die Landeskirche und die Harzsparkasse gemeinsam auf.