Das Herbergsmuseum wird flott gemacht. Pünktlich vor dem "Tag der offenen Tür" wurde eine Stolperfalle im Hof beseitigt. Zudem erfreut sich die einmalige Gesellenherberge bei Besuchern steigender Beliebtheit.

Blankenburg l Besucher des Blankenburger Herbergsmuseums können jetzt wieder sicheren Schrittes über den Innenhof gehen. Vor wenigen Tagen renovierten die Handwerksgesellen Rüdiger Theisinger und Patrick Ernst von der Bruderschaft "Zur Rose" aus Quedlinburg zusammen mit Herbergsvater Carsten Paul nach ihrer Arbeit das historische Pflaster. Es war im Laufe der Jahre zu einer Stolperfalle geworden.

Mit dem Abschluss dieser Arbeiten präsentiert sich die historische Gesellenherberge damit wieder im besten Licht zu ihrem alljährlichen "Tag der offenen Tür" am Freitag, 1. Mai. "In diesem Jahr erwarten wir eine neue Bruderschaft. Neben den Quedlinburgern und den Zünftigen Handwerkern zu Goslar werden sich erstmals die Vereinigten Handwerksgesellen zu Leipzig in Blankenburg vorstellen", kündigte Carsten Paul an und lädt interessierte Gäste herzlich ein. Wer mit den Gesellen klönen, einen Zimmermannsklatsch und das Schallern erleben möchte, ist ab 10 Uhr herzlich in den Garten des Hauses in der Bergstraße 15 eingeladen. Auch die Ausstellung, so Carsten Paul, ist wieder durch einige neue Stücke ergänzt worden.

Preise leicht angehoben

Das deutschlandweit einmalige Museum war auch Thema der Jahreshauptversammlung des Harzklub-Zweigvereins, der Träger des Hauses ist. Vereinsvorsitzender Helmut Schink berichtete davon, dass der Aufwärtstrend im vergangenen Jahr weiter ausgebaut werden konnte. 2014 kamen mit 1633 Besuchern 15,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Gemeinsam mit dem Städtischen Kurbetrieb (SKB) werde seit Januar ein neuer Weg beschritten. "Wir sind Mitglied im Verbund der Harzcard. Damit sind wir in diesem Katalog als touristisches Ziel enthalten und sprechen einen zusätzlichen Personenkreis an, unser Museum zu besuchen", erklärte Schink. Gleichzeitig seien erstmals nach Jahren die Eintrittspreise moderat angehoben worden: für Kinder von 6 bis 14 Jahre von 1 auf 1,50 - bei Erwachsenen von 1 auf 2 Euro.

Ein besonderes Lob richtete der Vereinschef an die beiden "guten Seelen des Hauses": Conny Alpermann und Carsten Paul: "Sie sind es, die den Besuchern unser Museum näher bringen und erlebbar machen. Zu bewundern ist die Ruhe von Conny Alpermann, wenn sie Schulklassen betreut und den Kindern Rede und Antwort steht", so Schink. "Dass sich unser Museum so top präsentiert, ist diesen beiden Mitarbeitern zu verdanken. Mit ihrer Arbeit gewährleisten sie die Erhaltung und Pflege eines einzigartigen kostbaren Erbes."

Dabei stand zum Jahresende noch ein großes Fragezeichen hinter der Weiterbeschäftigung von Conny Alpermann. Mithilfe von Blankenburgs SKB-Leiterin Astrid Hildebrand-Besecke und Gudrun Mehnert von der Arbeitsfördergesellschaft Harz konnte eine Lösung gefunden werden. "Sie haben mitgeholfen, dass das Herbergsmuseum weiter der Öffentlichkeit zur Verfügung steht." Dafür dankte Schink ihnen herzlich. Sein Dank ging auch an die Stadtverwaltung, die trotz klammer Kasse zum Herbergsmuseum gestanden und alle Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung ausgeschöpft habe. Für das laufende Jahr sei erneut eine Zuwendungsvereinbarung mit dem Kurbetrieb abgeschlossen worden. Schink: "Wir sind glücklich, dass damit dieses Jahr für uns gesichert ist."