Wernigerode l Ab Freitag könnten Eltern vor Kindertagesstätten vor verschlossenen Türen stehen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat zum unbefristeten Streik aufgerufen.

Wann in Wernigerode gestreikt wird, ist noch unklar. Am Freitag sei in Sachsen-Anhalt nur Halle betroffen, informierte Verdi. Die Streiks würden in der kommenden Woche ausgeweitet werden. Derzeit sei man noch mit den Planungen beschäftigt, so die zuständige Gewerkschaftssekretärin Annett Flachshaar auf Nachfrage der Harzer Volksstimme. "Wir werden zeitnah über die vom Streik betroffenen Kindertagesstätten und Horte in Wernigerode unterrichten."

Einen unbefristeten Kita-Streik habe man in Wernigerode noch nie meistern müssen, sagt Rathaussprecher Andreas Meling. Bis dato liege keine Ankündigung eines Streiks vor. Dennoch prüfen die Mitarbeiter der Stadt, welche Folgen eine dauerhafte Schließung der Einrichtungen habe.

Im vergangenen Monat hatten Wernigerodes Erzieherinnen bereits zweimal ihre Arbeit niedergelegt. Am 1. April blieben sechs Kindertageseinrichtungen und ein Hort geschlossen. 717 Mädchen und Jungen waren betroffen. Zwei Wochen später setzten die Erzieherinnen der Kindertagesstätte "Musikus" einen Tag den Dienst aus. Bisher habe die Stadtverwaltung immer versucht, die Streikfolgen abzufangen und die Kinder in anderen Einrichtungen unterzubringen, so Meling. Das gelang im April aber nur teilweise.

Hintergrund: Verdi fordert eine höhere Eingruppierung der Erzieherinnen - damit stiege ihr Einkommen um rund zehn Prozent. Der neue Tarifvertrag soll ab 2016 gelten. Nachdem in den vergangenen Wochen fünf Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern scheiterten, stimmten die Mitglieder der Gewerkschaft nun mehrheitlich für einen unbefristeten Streik.